Anhang 183 - „Dies ist das“ (Apostelgeschichte 2,16) Petrus beginnt seine Argumentation mit den Worten: „Sondern dies ist das, wovon geredet ist durch den Propheten Joel“. I. Die Kontrastierung und Peters Argument
Der Kontrast: Petrus verwendet das Wort „Sondern“ (But) zu Beginn seiner Argumentation, um das Folgende in Kontrast zu dem Vorwurf der Trunkenheit (Vers 13) zu stellen. Das Wort „dies“ (this) ist nachdrücklich.
Widerlegung: Petrus widerlegt den Vorwurf der Trunkenheit, indem er sagt, „dies“ (was gerade geschieht – das Wirken des Geistes) sei „das“ (die Art von Ereignis), von dem Joel prophezeit habe, es werde „in den letzten Tagen“ stattfinden.
Keine Erfüllungserklärung: Petrus sagt nicht, dass dies die letzten Tage seien, oder dass die Prophezeiung jetzt erfüllt sei (thenwasfulfilled), sondern lenkt die Aufmerksamkeit auf das, was der Prophet über ähnliche, noch zukünftige Szenen sagte.
II. Der Kontext der Joel-ProphezeiungUm zu verstehen, was Petrus mit „dies ist das“ meinte, muss die Prophezeiung Joels selbst untersucht werden.
Der Gegenstand Joels: Die Prophezeiung Joels betrifft Jehovas Land und Jehovas Volk (Israel). Sie hat folglich nichts mit der Gemeinde (church) dieser Heilszeit zu tun.
Parallele zu 5. Mose 32,43: Joels Prophezeiung (Joel 2,18) knüpft an den letzten Satz des „Liedes Mose“ (5. Mose 32,43) an:
5. Mose 32,43: „Und (Er) wird Seinem Land und Seinem Volk gnädig sein“.
Joel 2,18: „Dann wird der HERR eifern um sein Land und sein Volk verschonen“.
Petrus ruft das „Haus Israel“ (Vers 36) zur Buße auf, dieselbe Buße, zu der in Joel 1,14 – 2,17 aufgerufen wird. III. Der Schlüssel liegt in „Danach“ (Afterward)Der Schlüssel zum korrekten Verständnis von Petrus’ Zitat liegt in dem Wort „Danach“ (afterward) in Joel 2,28.
Die Frage: Nach was? Die Antwort liefert Joel selbst, nicht Petrus allein.
Der Kontext in Joel: Das gesamte Thema in Joel 2,18 – 3,21 ist die Beseitigung des Bösen von Land und Volk und die Schenkung von Segen an beides (abwechselnd).
Temporaler vs. Spiritueller Segen: In Joel 2,28. 29 werden spirituelle Segnungen eingeführt, die mit den temporalen Segnungen der vorhergehenden Verse (Verse 23–27) verbunden sind:
„Und es soll geschehen DANACH (AFTERWARD), dass ich meinen Geist ausgießen werde auf alles Fleisch“.
Die Antwort:DANACH bedeutet NACH den temporalen Segnungen (Verse 23–27). Die zeitlichen Segnungen gehen den geistlichen Segnungen voraus.
IV. Divergenz zwischen Pfingsten und ProphezeiungDie Ereignisse zu Pfingsten entsprachen nicht der vollständigen Prophezeiung Joels:
Der Heilige Geist wurde nicht über „alles Fleisch“ ausgegossen, sondern nur über einige Anwesende.
Keines der großen Zeichen „in dem Himmel droben und auf der Erde unten“ war geschehen.
Es fand keine Befreiung in Jerusalem statt: Sowohl das Land als auch das Volk standen weiterhin unter römischer Herrschaft.
Keine der in Vers 17 und 19 aufgeführten Dinge trat ein.
Joel spricht nicht von der Gabe der Sprachen (tongues).
V. Fazit
Referenz des „Dies“: Es ist gewiss, dass das Wort „dies“ in Apostelgeschichte 2,16 sich auf das Folgende (die zukünftigen, von Joel prophezeiten Ereignisse) und nicht auf das unmittelbar Vorangegangene (die Ereignisse in Jerusalem) bezieht.
Schlussfolgerung: Apostelgeschichte 2,16 enthält keine Erfüllung der Prophezeiung Joels, weder ausgedrückt noch impliziert. Die Argumentation des Petrus läuft darauf hinaus, dass eine Anklage wegen Trunkenheit gegen die Apostel ebenso wenig aufrechterhalten werden kann wie gegen diejenigen in den noch zukünftigen Szenen Joels, wenn die wundersamen geistlichen Segnungen über alles Fleisch ausgegossen werden – nämlich DANACH, nachdem alle temporalen Segnungen Israel und seinem Land zuteilgeworden sind.