Companion Bible (Bemerkung) - Übersetzt auf Deutsch durch Deepl.com & Google Gemini ⬇️
1Als nun der Herr erkannte, daß die Pharisäer gehört hatten, daß Jesus mehr Jünger mache und taufe als Johannes 2( wiewohl Jesus selbst nicht taufte, sondern seine Jünger ) 3verließ er Judäa und zog wieder nach Galiläa. 4Er mußte aber durch Samaria ziehen. 5Er kommt nun in eine Stadt Samarias, genannt Sichar, nahe bei dem Felde, welches Jakob seinem Sohne Joseph gab. 6Es war aber daselbst eine Quelle Jakobs. Jesus nun, ermüdet von der Reise, setzte sich also an die Quelle nieder. Es war um die sechste Stunde. 7Da kommt ein Weib aus Samaria, Wasser zu schöpfen. Jesus spricht zu ihr : Gib mir zu trinken.
Untere Anmerkungen (Vers 3–7)
Vers 3
Galilee (Galiläa):
Siehe Anh. 169. 4.
He must needs (Er musste): = es war notwendig [für Ihn].
Eine Notwendigkeit nicht nur geographisch, sondern die göttlichen Ratschlüsse einschließend.
go (gehen/reisen): = durchqueren.
Gr. dierchomai. Vgl. Joh 8,59.
Vers 5
Then (Dann/Daher): = Daher.
parcel of ground (Stück Land): = Feld oder Land.
that Jacob gave (das Jakob gab): Vgl. 1. Mose 33,19; 48,22; Josua 24,32.
Vers 6
Jacob's well (Jakobs Brunnen): Vgl. 1. Mose 49,22.
well (Brunnen): = Quelle.
Gr. pege.
Nicht dasselbe Wort wie in Vv. 11, 12, aber wie in V. 14.
with (mit/von): = von.
Gr. ek.
sat (saß): = war sitzend.
on: = oder bei.
Gr. epi.
the sixth hour (die sechste Stunde): Des Tages, d.h. Mittag.
Siehe zu 1. 39 und Anh. 165.
Vers 7
of (von/aus): = aus.
Gr. ek.
Anh. 104. vii.
Die Notiz hebt einen wichtigen Kontrast im griechischen Text hervor, der in vielen modernen Übersetzungen verloren geht.
Der Text: „Wer an den Sohn glaubt... wer dem Sohn nicht gehorcht (believeth not).“
Der Begriff: Gr. apeitheo.
Erklärung: Bullinger weist darauf hin, dass das Gegenteil von „glauben“ hier nicht einfach nur „nicht glauben“ (im intellektuellen Sinne) ist, sondern apeitheo. Dieses Wort bedeutet „sich weigern, sich überzeugen zu lassen“ oder „ungehorsam sein“.
Theologische Bedeutung: Echter Unglaube ist im biblischen Sinne kein Mangel an Information, sondern eine aktive Weigerung, Gott zu gehorchen. Glaube setzt Gehorsam voraus.
Der Text: „...sondern der bleibende Zorn Gottes bleibt auf ihm.“
Der Begriff: Gr. orge vs. thumos.
Erklärung:
Orge (hier verwendet): Bezeichnet eine bleibende, feststehende Haltung. Es ist ein gerechter, wohlüberlegter Zorn, der auf einer Entscheidung oder einem Zustand beruht (wie ein Gerichtsurteil).
Thumos (hier nicht verwendet): Bezeichnet einen Wutausbruch, eine aufwallende Leidenschaft oder temporäre Emotion.
Theologische Bedeutung: Gottes Zorn ist keine emotionale Laune oder ein Wutanfall, sondern der ständige Zustand der Trennung und des Gerichts für diejenigen, die den Sohn ablehnen.
Eine feine, aber schöne Unterscheidung in der Geschichte der Frau am Brunnen.
Der Text: „Nun war dort Jakobs Brunnen...“ (in V. 6).
Der Begriff: Gr. pege.
Erklärung: In Vers 6 wird das Wort pege benutzt, was eigentlich „Quelle“ oder „springendes Wasser“ bedeutet. Später im Text (Verse 11 und 12, in der Notiz erwähnt) wird oft ein anderes Wort benutzt (phrear – was eher für eine gegrabene Zisterne oder einen Schacht steht).
Theologische Bedeutung: Jesus sitzt an der Quelle (pege). Dies bereitet thematisch schon das „lebendige Wasser“ vor, von dem er gleich sprechen wird. Er ist an der frischen Quelle, während die religiöse Tradition oft nur „Zisternen“ (altes Wasser) bietet.
Der Text: „Und es war notwendig für Ihn (He must needs), durch Samarien zu reisen.“
Erklärung: Geografisch gesehen machten viele Juden einen Umweg um Samarien, um die Samariter zu meiden. Bullinger merkt an, dass diese „Notwendigkeit“ nicht nur geografisch war (es war der direkte Weg), sondern auf den „göttlichen Ratschlüssen“ beruhte.
Theologische Bedeutung: Jesus musste dort entlanggehen, weil er eine Verabredung mit dieser Frau hatte, die von Gott geplant war. Es war eine göttliche Mission („Divine counsels“).
Der Text: „Als nun der Herr erkannte (knew)...“
Der Begriff: Gr. ginosko.
Erklärung: Ginosko bezeichnet oft ein Erfahrungswissen oder das „zur Erkenntnis kommen“ durch Beobachtung oder Fakten, im Gegensatz zum intuitiven Wissen (oida).
Theologische Bedeutung: Es betont hier die menschliche Natur Jesu, der wahrnimmt, was um ihn herum geschieht und wie die Pharisäer reagieren.
Kontext: Bullinger war ein bekannter Vertreter der biblischen Numerologie (Zahlenmystik).
Die Notiz: Er zählt 7 Aussagen des Herrn zu der Frau (siehe Kasten „The Colloquy“ / Das Gespräch).
Bedeutung: In Bullingers Theologie ist die Zahl 7 die Zahl der geistlichen Vollkommenheit. Er strukturiert das Gespräch so, dass es einen perfekten Bogen von der einfachen Bitte um Wasser bis zur Offenbarung Jesu als Messias („Ich bin es“) spannt.
30Er muß wachsen, ich aber abnehmen. 31Der von oben kommt, ist über allen; der von der Erde ist, ist von der Erde und redet von der Erde. Der vom Himmel kommt, ist über allen, 32[und ] was er gesehen und gehört hat, dieses bezeugt er; und sein Zeugnis nimmt niemand an. 33Wer sein Zeugnis angenommen hat, hat besiegelt, daß Gott wahrhaftig ist. 34Denn der, welchen Gott gesandt hat, redet die Worte Gottes; denn Gott gibt den Geist nicht nach Maß. 35Der Vater liebt den Sohn und hat alles in seine Hand gegeben. 36Wer an den Sohn glaubt, hat ewiges Leben; wer aber dem Sohne nicht glaubt, wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt auf ihm.
8( Denn seine Jünger waren weggegangen in die Stadt, um Speise zu kaufen. ) 9Das samaritische Weib spricht nun zu ihm : Wie bittest du, der du ein Jude bist, von mir zu trinken, die ich ein samaritisches Weib bin? ( Denn die Juden verkehren nicht mit den Samaritern. ) 10Jesus antwortete und sprach zu ihr : Wenn du die Gabe Gottes kenntest, und wer es ist, der zu dir spricht : Gib mir zu trinken, so würdest du ihn gebeten haben, und er hätte dir lebendiges Wasser gegeben. 11Das Weib spricht zu ihm : Herr, du hast kein Schöpfgefäß, und der Brunnen ist tief; woher hast du denn das lebendige Wasser? 12Du bist doch nicht größer als unser Vater Jakob, der uns den Brunnen gab, und er selbst trank aus demselben und seine Söhne und sein Vieh?
13Jesus antwortete und sprach zu ihr : Jeden, der von diesem Wasser trinkt, wird wiederum dürsten; 14wer irgend aber von dem Wasser trinken wird, das ich ihm geben werde, den wird nicht dürsten in Ewigkeit; sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, wird in ihm eine Quelle Wassers werden, das ins ewige Leben quillt. 15Das Weib spricht zu ihm : Herr, gib mir dieses Wasser, damit mich nicht dürste und ich nicht hierher komme, um zu schöpfen. 16Jesus spricht zu ihr : Gehe hin, rufe deinen Mann und komm hierher. 17Das Weib antwortete und sprach : Ich habe keinen Mann. Jesus spricht zu ihr : Du hast recht gesagt : Ich habe keinen Mann; 18denn fünf Männer hast du gehabt, und der, den du jetzt hast, ist nicht dein Mann; hierin hast du wahr geredet. 19Das Weib spricht zu ihm : Herr, ich sehe, daß du ein Prophet bist. 20Unsere Väter haben auf diesem Berge angebetet, und ihr saget, daß in Jerusalem der Ort sei, wo man anbeten müsse. 21Jesus spricht zu ihr : Weib, glaube mir, es kommt die Stunde, da ihr weder auf diesem Berge, noch in Jerusalem den Vater anbeten werdet. 22Ihr betet an und wisset nicht, was; wir beten an und wissen, was, denn das Heil ist aus den Juden. 23Es kommt aber die Stunde und ist jetzt, da die wahrhaftigen Anbeter den Vater in Geist und Wahrheit anbeten werden; denn auch der Vater sucht solche als seine Anbeter. 24Gott ist ein Geist, und die ihn anbeten, müssen in Geist und Wahrheit anbeten. 25Das Weib spricht zu ihm : Ich weiß, daß der Messias kommt, welcher Christus genannt wird; wenn jener kommt, wird er uns alles verkündigen.
25Das Weib spricht zu ihm : Ich weiß, daß der Messias kommt, welcher Christus genannt wird; wenn jener kommt, wird er uns alles verkündigen. 26Jesus spricht zu ihr : Ich bin es, der mit dir redet. 27Und über diesem kamen seine Jünger und verwunderten sich, daß er mit einem Weibe redete. Dennoch sagte niemand : Was suchst du? oder : Was redest du mit ihr? 28Das Weib nun ließ ihren Wasserkrug stehen und ging weg in die Stadt und sagt zu den Leuten : 29Kommet, sehet einen Menschen, der mir alles gesagt hat, was irgend ich getan habe; dieser ist doch nicht etwa der Christus? 30Sie gingen zu der Stadt hinaus und kamen zu ihm. 31In der Zwischenzeit [aber ] baten ihn die Jünger und sprachen : Rabbi, iß.
32Er aber sprach zu ihnen : Ich habe eine Speise zu essen, die ihr nicht kennet. 33Da sprachen die Jünger zueinander : Hat ihm wohl jemand zu essen gebracht? 34Jesus spricht zu ihnen : Meine Speise ist, daß ich den Willen dessen tue, der mich gesandt hat, und sein Werk vollbringe. 35Saget ihr nicht : Es sind noch vier Monate, und die Ernte kommt? Siehe, ich sage euch : Hebet eure Augen auf und schauet die Felder an, denn sie sind schon weiß zur Ernte. 36Der da erntet, empfängt Lohn und sammelt Frucht zum ewigen Leben, auf daß beide, der da sät und der da erntet, zugleich sich freuen. 37Denn hierin ist der Spruch wahr : Ein anderer ist es, der da sät , und ein anderer, der da erntet. 38Ich habe euch gesandt, zu ernten, woran ihr nicht gearbeitet habt; andere haben gearbeitet, und ihr seid in ihre Arbeit eingetreten. 39Aus jener Stadt aber glaubten viele von den Samaritern an ihn um des Wortes des Weibes willen, welches bezeugte : Er hat mir alles gesagt, was irgend ich getan habe. 40Als nun die Samariter zu ihm kamen, baten sie ihn, bei ihnen zu bleiben; und er blieb daselbst zwei Tage. 41Und noch viele mehr glaubten um seines Wortes willen; 42und sie sagten zu dem Weibe : Wir glauben nicht mehr um deines Redens willen, denn wir selbst haben gehört und wissen, daß dieser wahrhaftig der Heiland der Welt ist.
43Nach den zwei Tagen aber zog er von dannen aus [und ging hin] nach Galiläa; 44denn Jesus selbst bezeugte, daß ein Prophet in dem eigenen Vaterlande keine Ehre hat. 45Als er nun nach Galiläa kam, nahmen die Galiläer ihn auf, da sie alles gesehen, was er in Jerusalem auf dem Feste getan hatte; denn auch sie kamen zu dem Fest. 46Er kam nun wiederum nach Kana in Galiläa, wo er das Wasser zu Wein gemacht hatte. Und es war ein gewisser königlicher Beamter, dessen Sohn krank war, in Kapernaum. 47Als dieser gehört hatte, daß Jesus aus Judäa nach Galiläa gekommen sei, ging er zu ihm hin und bat [ihn ] , daß er herabkomme und seinen Sohn heile; denn er lag im Sterben.
48Jesus sprach nun zu ihm : Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder sehet, so werdet ihr nicht glauben. 49Der königliche Beamte spricht zu ihm : Herr, komm herab, ehe mein Kind stirbt! 50Jesus spricht zu ihm : Gehe hin, dein Sohn lebt. Und der Mensch glaubte dem Worte, das Jesus zu ihm sagte, und ging hin. 51Aber schon während er hinabging, begegneten ihm seine Knechte und berichteten , daß sein Knabe lebe. 52Er erforschte nun von ihnen die Stunde, in welcher es besser mit ihm geworden sei; und sie sagten zu ihm : Gestern zur siebten Stunde verließ ihn das Fieber. 53Da erkannte der Vater, daß es in jener Stunde war, in welcher Jesus zu ihm sagte : Dein Sohn lebt. Und er glaubte, er und sein ganzes Haus. 54Dies tat Jesus wiederum als zweites Zeichen, als er aus Judäa nach Galiläa gekommen war. 5,1Nach diesem war ein Fest der Juden, und Jesus ging hinauf nach Jerusalem. 2Es ist aber in Jerusalem bei dem Schaftor ein Teich, der auf hebräisch Bethesda zubenamt ist, welcher fünf Säulenhallen hat.
2Es ist aber in Jerusalem bei dem Schaftor ein Teich, der auf hebräisch Bethesda zubenamt ist, welcher fünf Säulenhallen hat. 3In diesen lag eine Menge Kranker, Blinder, Lahmer, Dürrer, [die auf die Bewegung des Wassers warteten. 4Denn zu gewissen Zeiten stieg ein Engel in den Teich herab und bewegte das Wasser. Wer nun nach der Bewegung des Wassers zuerst hineinstieg, ward gesund, mit welcher Krankheit irgend er behaftet war.] 5Es war aber ein gewisser Mensch daselbst, der achtunddreißig Jahre mit seiner Krankheit behaftet war. 6Als Jesus diesen daliegen sah und wußte, daß es schon lange Zeit also mit ihm war, spricht er zu ihm : Willst du gesund werden?
7Der Kranke antwortete ihm : Herr, ich habe keinen Menschen, daß er mich, wenn das Wasser bewegt worden ist, in den Teich werfe; indem ich aber komme, steigt ein anderer vor mir hinab. 8Jesus spricht zu ihm : Stehe auf, nimm dein Bett auf und wandle! 9Und alsbald ward der Mensch gesund und nahm sein Bett auf und wandelte. Es war aber an jenem Tage Sabbath. 10Es sagten nun die Juden zu dem Geheilten : Es ist Sabbath, es ist dir nicht erlaubt, das Bett zu tragen. 11Er antwortete ihnen : Der mich gesund machte, der sagte zu mir : Nimm dein Bett auf und wandle. 12[Da ] fragten sie ihn : Wer ist der Mensch, der zu dir sagte : Nimm [dein Bett ] auf und wandle? 13Der Geheilte aber wußte nicht, wer es sei; denn Jesus war entwichen, weil eine Volksmenge an dem Orte war. 14 Danach findet Jesus ihn im Tempel, und er sprach zu ihm : Siehe, du bist gesund geworden; sündige nicht mehr, auf daß dir nichts Ärgeres widerfahre. 15Der Mensch ging hin und verkündete den Juden, daß es Jesus sei, der ihn gesund gemacht habe. 16Und darum verfolgten die Juden Jesum [und suchten ihn zu töten ] , weil er dies am Sabbath tat.
17Jesus aber antwortete ihnen : Mein Vater wirkt bis jetzt, und ich wirke. 18 Darum nun suchten die Juden noch mehr, ihn zu töten, weil er nicht allein den Sabbath brach, sondern auch Gott seinen eigenen Vater nannte, sich selbst Gott gleich machend. 19Da antwortete Jesus und sprach zu ihnen : Wahrlich, wahrlich, ich sage euch : Der Sohn kann nichts von sich selbst tun, außer was er den Vater tun sieht; denn was irgend er tut, das tut auch der Sohn gleicherweise. 20Denn der Vater hat den Sohn lieb und zeigt ihm alles, was er selbst tut; und er wird ihm größere Werke als diese zeigen, auf daß ihr euch verwundert. 21Denn gleichwie der Vater die Toten auferweckt und lebendig macht, also macht auch der Sohn lebendig, welche er will.
22 Denn der Vater richtet auch niemand, sondern das ganze Gericht hat er dem Sohne gegeben, 23auf daß alle den Sohn ehren, wie sie den Vater ehren. Wer den Sohn nicht ehrt, ehrt den Vater nicht, der ihn gesandt hat. 24Wahrlich, wahrlich, ich sage euch : Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, hat ewiges Leben und kommt nicht ins Gericht, sondern er ist aus dem Tode in das Leben übergegangen. 25Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, daß die Stunde kommt und jetzt ist, da die Toten die Stimme des Sohnes Gottes hören werden, und die sie gehört haben, werden leben. 26Denn gleichwie der Vater Leben in sich selbst hat, also hat er auch dem Sohne gegeben, Leben zu haben in sich selbst; 27und er hat ihm Gewalt gegeben, [auch ] Gericht zu halten, weil er des Menschen Sohn ist. 28Wundert euch darüber nicht, denn es kommt die Stunde, in welcher alle, die in den Gräbern sind, seine Stimme hören,
29und hervorkommen werden : die das Gute getan haben, zur Auferstehung des Lebens, die aber das Böse verübt haben, zur Auferstehung des Gerichts. 30Ich kann nichts von mir selbst tun; so wie ich höre, richte ich, und mein Gericht ist gerecht, denn ich suche nicht meinen Willen, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat. 31Wenn ich von mir selbst zeuge, so ist mein Zeugnis nicht wahr. 32Ein anderer ist es, der von mir zeugt, und ich weiß, daß das Zeugnis wahr ist, welches er von mir zeugt. 33Ihr habt zu Johannes gesandt, und er hat der Wahrheit Zeugnis gegeben. 34Ich aber nehme nicht Zeugnis von einem Menschen, sondern dies sage ich, auf daß ihr errettet werdet. 35Jener war die brennende und scheinende Lampe; ihr aber wolltet für eine Zeit in seinem Lichte fröhlich sein.
36Ich aber habe das Zeugnis, das größer ist als das des Johannes; denn die Werke, welche der Vater mir gegeben hat, auf daß ich sie vollbringe, die Werke selbst, die ich tue, zeugen von mir, daß der Vater mich gesandt hat. 37Und der Vater, der mich gesandt hat, er selbst hat Zeugnis von mir gegeben. Ihr habt weder jemals seine Stimme gehört, noch seine Gestalt gesehen, 38und sein Wort habt ihr nicht bleibend in euch; denn welchen er gesandt hat, diesem glaubet ihr nicht. 39Ihr erforschet die Schriften, denn ihr meinet, in ihnen ewiges Leben zu haben, und sie sind es, die von mir zeugen; 40und ihr wollt nicht zu mir kommen, auf daß ihr Leben habet. 41Ich nehme nicht Ehre von Menschen; 42sondern ich kenne euch, daß ihr die Liebe Gottes nicht in euch habt. 43Ich bin in dem Namen meines Vaters gekommen, und ihr nehmet mich nicht auf; wenn ein anderer in seinem eigenen Namen kommt, den werdet ihr aufnehmen. 44Wie könnt ihr glauben, die ihr Ehre voneinander nehmet und die Ehre, welche von Gott allein ist, nicht suchet? 45Wähnet nicht, daß ich euch bei dem Vater verklagen werde; da ist einer, der euch verklagt, Moses, auf den ihr eure Hoffnung gesetzt habt. 46Denn wenn ihr Moses glaubtet, so würdet ihr mir glauben , denn er hat von mir geschrieben. 47Wenn ihr aber seinen Schriften nicht glaubet, wie werdet ihr meinen Worten glauben?
1Nach diesem ging Jesus weg auf die andere Seite des Sees von Galiläa oder von Tiberias; 2und es folgte ihm eine große Volksmenge, weil sie die Zeichen sahen, die er an den Kranken tat. 3Jesus aber ging hinauf auf den Berg und setzte sich daselbst mit seinen Jüngern. 4Es war aber das Passah nahe, das Fest der Juden. 5Als nun Jesus die Augen aufhob und sah, daß eine große Volksmenge zu ihm kommt, spricht er zu Philippus : Woher sollen wir Brote kaufen, auf daß diese essen? 6Dies sagte er aber, ihn zu versuchen; denn er selbst wußte, was er tun wollte. 7Philippus antwortete ihm : Für zweihundert Denare Brote reichen nicht für sie hin, auf daß ein jeder etwas weniges bekomme. 8Einer von seinen Jüngern, Andreas, der Bruder des Simon Petrus, spricht zu ihm : 9Es ist ein kleiner Knabe hier, der fünf Gerstenbrote und zwei Fische hat; aber was ist dies unter so viele? 10Jesus [aber ] sprach : Machet, daß die Leute sich lagern. Es war aber viel Gras an dem Orte. Es lagerten sich nun die Männer, an Zahl bei fünftausend. 11Jesus aber nahm die Brote, und als er gedankt hatte, teilte er sie denen aus, die da lagerten ; gleicherweise auch von den Fischen, so viel sie wollten. 12Als sie aber gesättigt waren, spricht er zu seinen Jüngern : Sammelt die übriggebliebenen Brocken, auf daß nichts umkomme. 13Sie sammelten nun und füllten zwölf Handkörbe mit Brocken von den fünf Gerstenbroten , welche denen, die gegessen hatten, übrigblieben.
13Sie sammelten nun und füllten zwölf Handkörbe mit Brocken von den fünf Gerstenbroten , welche denen, die gegessen hatten, übrigblieben. 14Als nun die Leute das Zeichen sahen, das Jesus tat, sprachen sie : Dieser ist wahrhaftig der Prophet, der in die Welt kommen soll. 15Da nun Jesus erkannte, daß sie kommen und ihn ergreifen wollten, auf daß sie ihn zum König machten, entwich er wieder auf den Berg, er selbst allein. 16Als es aber Abend geworden war, gingen seine Jünger hinab an den See; 17und sie stiegen in das Schiff und fuhren über den See nach Kapernaum. Und es war schon finster geworden, und Jesus war noch nicht zu ihnen gekommen; 18und der See erhob sich, indem ein starker Wind wehte.
19Als sie nun etwa fünfundzwanzig oder dreißig Stadien gerudert waren, sehen sie Jesum auf dem See wandeln und nahe an das Schiff herankommen, und sie fürchteten sich. 20Er aber spricht zu ihnen : Ich bin es, fürchtet euch nicht! 21Sie wollten ihn nun in das Schiff nehmen, und alsbald war das Schiff an dem Lande, zu welchem sie hinfuhren. 22Des folgenden Tages, als die Volksmenge, die jenseit des Sees stand, gesehen hatte, daß daselbst kein anderes Schifflein war, als nur jenes , in welches seine Jünger gestiegen waren, und daß Jesus nicht mit seinen Jüngern in das Schiff gestiegen, sondern seine Jünger allein weggefahren waren, 23( kamen aber andere Schifflein aus Tiberias nahe an den Ort, wo sie das Brot gegessen, nachdem der Herr gedankt hatte, ) 24da nun die Volksmenge sah, daß Jesus nicht daselbst sei, noch seine Jünger, stiegen sie in die Schiffe und kamen nach Kapernaum und suchten Jesum. 25Und als sie ihn jenseit des Sees gefunden hatten, sprachen sie zu ihm : Rabbi, wann bist du hierhergekommen ? 26Jesus antwortete ihnen und sprach : Wahrlich, wahrlich, ich sage euch : Ihr suchet mich, nicht weil ihr Zeichen gesehen, sondern weil ihr von den Broten gegessen habt und gesättigt worden seid.
27Wirket nicht für die Speise, die vergeht, sondern für die Speise, die da bleibt ins ewige Leben, welche der Sohn des Menschen euch geben wird; denn diesen hat der Vater, Gott, versiegelt. 28Da sprachen sie zu ihm : Was sollen wir tun , auf daß wir die Werke Gottes wirken? 29Jesus antwortete und sprach zu ihnen : Dies ist das Werk Gottes, daß ihr an den glaubet, den er gesandt hat. 30Da sprachen sie zu ihm : Was tust du nun für ein Zeichen, auf daß wir sehen und dir glauben? was wirkst du? 31Unsere Väter aßen das Manna in der Wüste, wie geschrieben steht : "Brot aus dem Himmel gab er ihnen zu essen ". 32Da sprach Jesus zu ihnen : Wahrlich, wahrlich, ich sage euch : Nicht Moses hat euch das Brot aus dem Himmel gegeben, sondern mein Vater gibt euch das wahrhaftige Brot aus dem Himmel.
33Denn das Brot Gottes ist der, welcher aus dem Himmel herniederkommt und der Welt das Leben gibt. 34Da sprachen sie zu ihm : Herr, gib uns allezeit dieses Brot! 35Jesus aber sprach zu ihnen : Ich bin das Brot des Lebens : wer zu mir kommt, wird nicht hungern, und wer an mich glaubt, wird nimmermehr dürsten. 36Aber ich habe euch gesagt, daß ihr mich auch gesehen habt und nicht glaubet. 37Alles, was mir der Vater gibt, wird zu mir kommen, und wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen ; 38denn ich bin vom Himmel herniedergekommen, nicht auf daß ich meinen Willen tue, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat. 39Dies aber ist der Wille dessen, der mich gesandt hat, daß ich von allem, was er mir gegeben hat, nichts verliere, sondern es auferwecke am letzten Tage. 40Denn dies ist der Wille meines Vaters, daß jeder, der den Sohn sieht und an ihn glaubt, ewiges Leben habe; und ich werde ihn auferwecken am letzten Tage. 41Da murrten die Juden über ihn, weil er sagte : Ich bin das Brot, das aus dem Himmel herniedergekommen ist; 42und sie sprachen : Ist dieser nicht Jesus, der Sohn Josephs, dessen Vater und Mutter wir kennen? Wie sagt denn dieser : Ich bin aus dem Himmel herniedergekommen? - 43Da antwortete Jesus und sprach zu ihnen : Murret nicht untereinander . 44Niemand kann zu mir kommen, es sei denn, daß der Vater, der mich gesandt hat, ihn ziehe; und ich werde ihn auferwecken am letzten Tage. 45Es steht in den Propheten geschrieben :" Und sie werden alle von Gott gelehrt sein ". Jeder , der von dem Vater gehört und gelernt hat, kommt zu mir. 46Nicht daß jemand den Vater gesehen habe, außer dem, der von Gott ist , dieser hat den Vater gesehen. 47Wahrlich, wahrlich, ich sage euch : Wer [an mich ] glaubt, hat ewiges Leben. 48Ich bin das Brot des Lebens. 49Eure Väter haben das Manna in der Wüste gegessen und sind gestorben. 50Dies ist das Brot, das aus dem Himmel herniederkommt, auf daß man davon esse und nicht sterbe. 51Ich bin das lebendige Brot, das aus dem Himmel herniedergekommen ist; wenn jemand von diesem Brote ißt, so wird er leben in Ewigkeit. Das Brot aber, das ich geben werde, ist mein Fleisch, welches ich geben werde für das Leben der Welt.
Dieser Kommentar erklärt die Identifikation Jesu als das wahre, vom Himmel gesandte Brot (im Gegensatz zum Manna), die universalistische Reichweite dieser Erlösung und die Rolle des letzten Tages als messianische Hoffnung, die durch die Einheit von Glauben und göttlichem Ziehen erfüllt wird.
52Die Juden stritten nun untereinander und sagten : Wie kann dieser uns sein Fleisch zu essen geben? 53Da sprach Jesus zu ihnen : Wahrlich, wahrlich, ich sage euch : Es sei denn, daß ihr das Fleisch des Sohnes des Menschen esset und sein Blut trinket, so habt ihr kein Leben in euch selbst. 54Wer mein Fleisch ißt und mein Blut trinkt, hat ewiges Leben, und ich werde ihn auferwecken am letzten Tage; 55denn mein Fleisch ist wahrhaftig Speise, und mein Blut ist wahrhaftig Trank. 56Wer mein Fleisch ißt und mein Blut trinkt, bleibt in mir und ich in ihm. 57Gleichwie der lebendige Vater mich gesandt hat und ich lebe des Vaters wegen, so auch, wer mich ißt, der wird auch leben meinetwegen . 58Dies ist das Brot, das aus dem Himmel herniedergekommen ist. Nicht wie die Väter aßen und starben; wer dieses Brot ißt, wird leben in Ewigkeit.
59Dieses sprach er in der Synagoge, lehrend zu Kapernaum. 60Viele nun von seinen Jüngern, die es gehört hatten, sprachen : Diese Rede ist hart; wer kann sie hören? 61Da aber Jesus bei sich selbst wußte, daß seine Jünger hierüber murrten, sprach er zu ihnen : Ärgert euch dieses? 62Wenn ihr nun den Sohn des Menschen dahin auffahren sehet, wo er zuvor war? 63Der Geist ist es, der lebendig macht; das Fleisch nützt nichts. Die Worte, welche ich zu euch geredet habe, sind Geist und sind Leben; 64aber es sind etliche unter euch, die nicht glauben. Denn Jesus wußte von Anfang, welche es seien, die nicht glaubten, und wer es sei, der ihn überliefern würde. 65Und er sprach : Darum habe ich euch gesagt, daß niemand zu mir kommen kann, es sei ihm denn von dem Vater gegeben. 66Von da an gingen viele seiner Jünger zurück und wandelten nicht mehr mit ihm. 67Da sprach Jesus zu den Zwölfen : Wollt ihr etwa auch weggehen? 68Simon Petrus antwortete ihm : Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte ewigen Lebens; 69und wir haben geglaubt und erkannt, daß du der Heilige Gottes bist. 70Jesus antwortete ihnen : Habe ich nicht euch, die Zwölfe, auserwählt? Und von euch ist einer ein Teufel. 71Er sprach aber von Judas, Simons Sohn, dem Iskariot; denn dieser sollte ihn überliefern, er, der einer von den Zwölfen war. 1Und nach diesem wandelte Jesus in Galiläa; denn er wollte nicht in Judäa wandeln, weil die Juden ihn zu töten suchten. 2Es war aber nahe das Fest der Juden, die Laubhütten. 3Es sprachen nun seine Brüder zu ihm : Ziehe von hinnen und geh nach Judäa, auf daß auch deine Jünger deine Werke sehen, die du tust; 4denn niemand tut etwas im Verborgenen und sucht dabei selbst öffentlich bekannt zu sein. Wenn du diese Dinge tust, so zeige dich der Welt; 5denn auch seine Brüder glaubten nicht an ihn. 6Da spricht Jesus zu ihnen : Meine Zeit ist noch nicht da, eure Zeit aber ist stets bereit. 7Die Welt kann euch nicht hassen; mich aber haßt sie, weil ich von ihr zeuge, daß ihre Werke böse sind.
8Gehet ihr hinauf zu diesem Feste; ich gehe nicht hinauf zu diesem Feste; denn meine Zeit ist noch nicht erfüllt. 9Nachdem er dies zu ihnen gesagt hatte, blieb er in Galiläa. 10Als aber seine Brüder hinaufgegangen waren, da ging auch er hinauf zu dem Feste, nicht offenbarlich, sondern wie im Verborgenen. 11Die Juden nun suchten ihn auf dem Feste und sprachen : Wo ist jener? 12Und viel Gemurmel war über ihn unter den Volksmengen; die einen sagten : Er ist gut; andere sagten : Nein, sondern er verführt die Volksmenge. 13Niemand jedoch sprach öffentlich von ihm aus Furcht vor den Juden. 14Als es aber schon um die Mitte des Festes war, ging Jesus hinauf in den Tempel und lehrte. 15Da verwunderten sich die Juden und sagten : Wie besitzt dieser Gelehrsamkeit, da er doch nicht gelernt hat? 16Da antwortete ihnen Jesus und sprach : Meine Lehre ist nicht mein, sondern dessen, der mich gesandt hat.
17Wenn jemand seinen Willen tun will, so wird er von der Lehre wissen, ob sie aus Gott ist, oder ob ich aus mir selbst rede. 18Wer aus sich selbst redet, sucht seine eigene Ehre; wer aber die Ehre dessen sucht, der ihn gesandt hat, dieser ist wahrhaftig, und Ungerechtigkeit ist nicht in ihm. 19Hat nicht Moses euch das Gesetz gegeben? und keiner von euch tut das Gesetz. Was suchet ihr mich zu töten? 20Die Volksmenge antwortete [und sprach ] : : Du hast einen Dämon; wer sucht dich zu töten? 21Jesus antwortete und sprach zu ihnen : Ein Werk habe ich getan, und ihr alle verwundert euch. 22 Deswegen gab Moses euch die Beschneidung ( nicht daß sie von Moses sei, sondern von den Vätern ) und am Sabbath beschneidet ihr einen Menschen. 23Wenn ein Mensch die Beschneidung am Sabbath empfängt, auf daß das Gesetz Moses' nicht gebrochen werde, zürnet ihr mir, daß ich einen Menschen ganz gesund gemacht habe am Sabbath? 24Richtet nicht nach dem Schein, sondern richtet ein gerechtes Gericht. 25Es sagten nun etliche von den Bewohnern Jerusalems : Ist das nicht der, welchen sie zu töten suchen? 26und siehe, er redet öffentlich, und sie sagen ihm nichts. Haben denn etwa die Obersten in Wahrheit erkannt, daß dieser der Christus ist? 27Diesen aber kennen wir, woher er ist; wenn aber der Christus kommt, so weiß niemand, woher er ist. 28Jesus nun rief im Tempel, lehrte und sprach : Ihr kennet mich und wisset auch, woher ich bin; und ich bin nicht von mir selbst gekommen, sondern der mich gesandt hat, ist wahrhaftig, welchen ihr nicht kennet. 29Ich kenne ihn, weil ich von ihm bin, und er mich gesandt hat. 30Da suchten sie ihn zu greifen; und niemand legte die Hand an ihn, weil seine Stunde noch nicht gekommen war. 31Viele aber von der Volksmenge glaubten an ihn und sprachen : Wenn der Christus kommt, wird er wohl mehr Zeichen tun als die, welche dieser getan hat? 32Die Pharisäer hörten die Volksmenge dies über ihn murmeln; und die Pharisäer und die Hohenpriester sandten Diener, daß sie ihn greifen möchten. 33Da sprach Jesus : Noch eine kleine Zeit bin ich bei euch, und ich gehe hin zu dem, der mich gesandt hat. 34Ihr werdet mich suchen und nicht finden, und wo ich bin, könnt ihr nicht hinkommen. 35Es sprachen nun die Juden zueinander : Wohin will dieser gehen, daß wir ihn nicht finden sollen? Will er etwa in die Zerstreuung der Griechen gehen und die Griechen lehren?
36Was ist das für ein Wort, das er sprach : Ihr werdet mich suchen und nicht finden, und : Wo ich bin, könnt ihr nicht hinkommen? - 37An dem letzten, dem großen Tage des Festes aber stand Jesus und rief und sprach : Wenn jemand dürstet, so komme er zu mir und trinke. 38Wer an mich glaubt, gleichwie die Schrift gesagt hat, aus dessen Leibe werden Ströme lebendigen Wassers fließen. 39Dies aber sagte er von dem Geiste, welchen die an ihn Glaubenden empfangen sollten; denn noch war der Geist nicht da, weil Jesus noch nicht verherrlicht worden war. 40Etliche nun aus der Volksmenge sagten, als sie diese Worte hörten : Dieser ist wahrhaftig der Prophet. 41Andere sagten : Dieser ist der Christus. Andere sagten : Der Christus kommt doch nicht aus Galiläa? 42Hat nicht die Schrift gesagt : Aus dem Samen Davids und aus Bethlehem, dem Dorfe, wo David war, kommt der Christus?
43Es entstand nun seinethalben eine Spaltung in der Volksmenge. 44Etliche aber von ihnen wollten ihn greifen, aber keiner legte die Hände an ihn. 45Es kamen nun die Diener zu den Hohenpriestern und Pharisäern, und diese sprachen zu ihnen : Warum habt ihr ihn nicht gebracht? 46Die Diener antworteten : Niemals hat ein Mensch so geredet wie dieser Mensch. 47Da antworteten ihnen die Pharisäer : Seid ihr denn auch verführt? 48Hat wohl jemand von den Obersten an ihn geglaubt, oder von den Pharisäern? 49Diese Volksmenge aber, die das Gesetz nicht kennt, sie ist verflucht! 50Da spricht Nikodemus zu ihnen, der einer von ihnen war : 51Richtet denn unser Gesetz den Menschen, ehe es zuvor von ihm selbst gehört und erkannt hat, was er tut? 52Sie antworteten und sprachen zu ihm : Bist du etwa auch aus Galiläa? Forsche und sieh, daß aus Galiläa kein Prophet aufsteht. 53[Und ein jeder ging nach seinem Hause. 1Jesus aber ging nach dem Ölberg . 2Frühmorgens aber kam er wiederum in den Tempel, und alles Volk kam zu ihm; und er setzte sich und lehrte sie. 3Die Schriftgelehrten und die Pharisäer aber bringen ein Weib [zu ihm ] , im Ehebruch ergriffen, und stellen sie in die Mitte 4und sagen zu ihm : Lehrer, dieses Weib ist im Ehebruch, auf der Tat selbst, ergriffen worden. 5In dem Gesetz aber hat uns Moses geboten, solche zu steinigen; du nun, was sagst du? 6Dies aber sagten sie, ihn zu versuchen, auf daß sie etwas hätten, um ihn anzuklagen. Jesus aber bückte sich nieder und schrieb mit dem Finger auf die Erde. 7Als sie aber fortfuhren, ihn zu fragen, richtete er sich auf und sprach zu ihnen : Wer von euch ohne Sünde ist, werfe zuerst den Stein auf sie. 8Und wiederum bückte er sich nieder und schrieb auf die Erde.
32und ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen. 33Sie antworteten ihm : Wir sind Abrahams Same und sind nie jemandes Knechte gewesen; wie sagst du : Ihr sollt frei werden? 34Jesus antwortete ihnen : Wahrlich, wahrlich, ich sage euch : Jeder, der die Sünde tut, ist der Sünde Knecht. 35Der Knecht aber bleibt nicht für immer in dem Hause; der Sohn bleibt für immer. 36Wenn nun der Sohn euch frei machen wird, so werdet ihr wirklich frei sein. 37Ich weiß, daß ihr Abrahams Same seid; aber ihr suchet mich zu töten, weil mein Wort nicht Raum in euch findet. 38Ich rede, was ich bei meinem Vater gesehen habe, und ihr nun tut , was ihr von eurem Vater gehört habt.
39Sie antworteten und sprachen zu ihm : Abraham ist unser Vater. Jesus spricht zu ihnen : Wenn ihr Abrahams Kinder wäret, so würdet ihr die Werke Abrahams tun ; 40jetzt aber suchet ihr mich zu töten, einen Menschen, der die Wahrheit zu euch geredet hat, die ich von Gott gehört habe; das hat Abraham nicht getan. 41Ihr tut die Werke eures Vaters. [Da ] sprachen sie zu ihm : Wir sind nicht durch Hurerei geboren; wir haben einen Vater, Gott. 42 Jesus sprach zu ihnen : Wenn Gott euer Vater wäre, so würdet ihr mich lieben, denn ich bin von Gott ausgegangen und gekommen; denn ich bin auch nicht von mir selbst gekommen, sondern er hat mich gesandt. 43Warum verstehet ihr meine Sprache nicht? Weil ihr mein Wort nicht hören könnt. 44Ihr seid aus dem Vater, dem Teufel, und die Begierden eures Vaters wollt ihr tun. Jener war ein Menschenmörder von Anfang und ist in der Wahrheit nicht bestanden, weil keine Wahrheit in ihm ist. Wenn er die Lüge redet, so redet er aus seinem Eigenen, denn er ist ein Lügner und der Vater derselben. 45Weil ich aber die Wahrheit sage, glaubet ihr mir nicht. 46Wer von euch überführt mich der Sünde? Wenn ich die Wahrheit sage, warum glaubet ihr mir nicht? 47Wer aus Gott ist, hört die Worte Gottes. Darum höret ihr nicht, weil ihr nicht aus Gott seid. 48Die Juden antworteten und sprachen zu ihm : Sagen wir nicht recht, daß du ein Samariter bist und einen Dämon hast? 49Jesus antwortete : Ich habe keinen Dämon, sondern ich ehre meinen Vater, und ihr verunehret mich. 50Ich aber suche nicht meine Ehre : es ist einer, der sie sucht, und der richtet. 51Wahrlich, wahrlich, ich sage euch : Wenn jemand mein Wort bewahren wird, so wird er den Tod nicht sehen ewiglich . 52[Da ] sprachen die Juden zu ihm : Jetzt erkennen wir, daß du einen Dämon hast. Abraham ist gestorben und die Propheten, und du sagst : Wenn jemand mein Wort bewahren wird, so wird er den Tod nicht schmecken ewiglich . 53Bist du etwa größer als unser Vater Abraham, der gestorben ist? Und die Propheten sind gestorben. Was machst du aus dir selbst? 54Jesus antwortete : Wenn ich mich selbst ehre, so ist meine Ehre nichts; mein Vater ist es, der mich ehrt, von welchem ihr saget : Er ist unser Gott. 55Und ihr habt ihn nicht erkannt, ich aber kenne ihn; und wenn ich sagte : Ich kenne ihn nicht, so würde ich euch gleich sein, ein Lügner. Aber ich kenne ihn, und ich bewahre sein Wort.
56Abraham, euer Vater, frohlockte, daß er meinen Tag sehen sollte, und er sah ihn und freute sich. 57Da sprachen die Juden zu ihm : Du bist noch nicht fünfzig Jahre alt und hast Abraham gesehen? 58Jesus sprach zu ihnen : Wahrlich, wahrlich, ich sage euch : Ehe Abraham ward, bin ich. 59Da hoben sie Steine auf, damit sie auf ihn würfen. Jesus aber verbarg sich und ging aus dem Tempel hinaus. 1Und als er vorüberging, sah er einen Menschen, blind von Geburt. 2Und seine Jünger fragten ihn und sagten : Rabbi, wer hat gesündigt, dieser oder seine Eltern, daß er blind geboren wurde? 3Jesus antwortete : Weder dieser hat gesündigt, noch seine Eltern, sondern auf daß die Werke Gottes an ihm geoffenbart würden.
4Ich muß die Werke dessen wirken, der mich gesandt hat, so lange es Tag ist; es kommt die Nacht, da niemand wirken kann. 5So lange ich in der Welt bin, bin ich das Licht der Welt. 6Als er dies gesagt hatte, spützte er auf die Erde und bereitete einen Kot aus dem Speichel und strich den Kot wie Salbe auf seine Augen; 7und er sprach zu ihm : Gehe hin, wasche dich in dem Teiche Siloam ( was verdolmetscht wird : Gesandt ) -. Da ging er hin und wusch sich und kam sehend. 8Die Nachbarn nun und die ihn früher gesehen hatten, daß er ein Bettler war, sprachen : Ist dieser nicht der, der da saß und bettelte? 9Einige sagten : Er ist es; andere sagten : Nein, sondern er ist ihm ähnlich; er sagte : Ich bin es. 10Sie sprachen nun zu ihm : Wie sind deine Augen aufgetan worden? 11Er antwortete [und sprach ] : : Ein Mensch, genannt Jesus, bereitete einen Kot und salbte meine Augen damit und sprach zu mir : Gehe hin nach Siloam und wasche dich. Als ich aber hinging und mich wusch, wurde ich sehend. 12Da sprachen sie zu ihm : Wo ist jener? Er sagt : Ich weiß es nicht. 13Sie führen ihn, den einst Blinden, zu den Pharisäern. 14Es war aber Sabbath, als Jesus den Kot bereitete und seine Augen auftat. 15Nun fragten ihn wiederum auch die Pharisäer, wie er sehend geworden sei. Er aber sprach zu ihnen : Er legte Kot auf meine Augen, und ich wusch mich, und ich sehe. 16Da sprachen etliche von den Pharisäern : Dieser Mensch ist nicht von Gott, denn er hält den Sabbath nicht. Andere sagten : Wie kann ein sündiger Mensch solche Zeichen tun? Und es war Zwiespalt unter ihnen. 17Sie sagen nun wiederum zu dem Blinden : Was sagst du von ihm, weil er deine Augen aufgetan hat? Er aber sprach : Er ist ein Prophet. 18Es glaubten nun die Juden nicht von ihm, daß er blind war und sehend geworden, bis sie die Eltern dessen riefen, der sehend geworden war. 19Und sie fragten sie und sprachen : Ist dieser euer Sohn, von dem ihr saget, daß er blind geboren wurde? Wie sieht er denn jetzt? 20Seine Eltern antworteten [ihnen ] und sprachen : Wir wissen, daß dieser unser Sohn ist, und daß er blind geboren wurde; 21wie er aber jetzt sieht, wissen wir nicht, oder wer seine Augen aufgetan hat, wissen wir nicht. Er ist mündig; fraget ihn, er wird selbst über sich reden. 22Dies sagten seine Eltern, weil sie die Juden fürchteten; denn die Juden waren schon übereingekommen, daß, wenn jemand ihn als Christus bekennen würde, er aus der Synagoge ausgeschlossen werden sollte. 23 Deswegen sagten seine Eltern : Er ist mündig, fraget ihn.
24Sie riefen nun zum zweiten Male den Menschen, der blind war, und sprachen zu ihm : Gib Gott die Ehre! Wir wissen, daß dieser Mensch ein Sünder ist. 25Da antwortete er : Ob er ein Sünder ist, weiß ich nicht; eines weiß ich, daß ich blind war und jetzt sehe. 26Und sie sprachen wiederum zu ihm : Was hat er dir getan? Wie tat er deine Augen auf? 27Er antwortete ihnen : Ich habe es euch schon gesagt, und ihr habt nicht gehört; warum wollt ihr es nochmals hören? Wollt ihr etwa auch seine Jünger werden? 28Sie schmähten ihn und sprachen : Du bist sein Jünger; wir aber sind Moses' Jünger. 29Wir wissen, daß Gott zu Moses geredet hat; von diesem aber wissen wir nicht, woher er ist. 30Der Mensch antwortete und sprach zu ihnen : Hierbei ist es doch wunderbar, daß ihr nicht wisset, woher er ist, und er hat doch meine Augen aufgetan.
31Wir wissen [aber ] , daß Gott Sünder nicht hört, sondern wenn jemand gottesfürchtig ist und seinen Willen tut, den hört er. 32Von Ewigkeit her ist es nicht erhört, daß jemand die Augen eines Blindgeborenen aufgetan habe. 33Wenn dieser nicht von Gott wäre, so könnte er nichts tun. 34Sie antworteten und sprachen zu ihm : Du bist ganz in Sünden geboren, und du lehrst uns? Und sie warfen ihn hinaus. 35Jesus hörte, daß sie ihn hinausgeworfen hatten; und als er ihn fand, sprach er zu ihm : Glaubst du an den Sohn Gottes? 36Er antwortete und sprach : Und wer ist es, Herr, auf daß ich an ihn glaube? 37Jesus sprach zu ihm : Du hast ihn gesehen, und der mit dir redet, der ist es. 38Er aber sprach : Ich glaube, Herr; und er warf sich vor ihm nieder. 39Und Jesus sprach : Zum Gericht bin ich in diese Welt gekommen, auf daß die Nichtsehenden sehen und die Sehenden blind werden. 40[Und ] etliche von den Pharisäern, die bei ihm waren, hörten dies und sprachen zu ihm : Sind denn auch wir blind? 41Jesus sprach zu ihnen : Wenn ihr blind wäret, so würdet ihr keine Sünde haben; nun ihr aber saget : Wir sehen, so bleibt eure Sünde. 1Wahrlich, wahrlich, ich sage euch : Wer nicht durch die Tür in den Hof der Schafe eingeht, sondern anderswo hinübersteigt, der ist ein Dieb und ein Räuber. 2Wer aber durch die Tür eingeht, ist Hirte der Schafe. 3Diesem tut der Türhüter auf, und die Schafe hören seine Stimme, und er ruft seine eigenen Schafe mit Namen und führt sie heraus. 4Wenn er seine eigenen Schafe alle herausgebracht hat, geht er vor ihnen her, und die Schafe folgen ihm, weil sie seine Stimme kennen. 5Einem Fremden aber werden sie nicht folgen, sondern werden vor ihm fliehen, weil sie die Stimme der Fremden nicht kennen. 6Dieses Gleichnis sprach Jesus zu ihnen; sie aber verstanden nicht, was es war, das er zu ihnen redete. 7Jesus sprach nun wiederum zu ihnen : Wahrlich, wahrlich, ich sage euch : Ich bin die Tür der Schafe. 8Alle, die irgend vor mir gekommen, sind Diebe und Räuber; aber die Schafe hörten nicht auf sie.