Christen warten auf das Kommen des Herrn (siehe den Artikel „Die Entrückung“). Dieses Kommen geschieht in zwei getrennten Abschnitten: der Entrückung und der Erscheinung. Zwischen diesen beiden Ereignissen liegt eine siebenjährige Zeit der Drangsal.
Die beiden Phasen unterscheiden sich in vielen Punkten voneinander. An einigen Stellen der Bibel werden sie sogar direkt als Kontrast gegenübergestellt (z. B. in 2. Thessalonicher 2, Vers 1, 2 und 8).
2. Thessalonicher 2,1-2 Wir bitten euch aber, Brüder, wegen der Ankunft unseres Herrn Jesus Christus und unseres Versammeltwerdens zu ihm hin, 2daß ihr nicht schnell erschüttert werdet in der Gesinnung, noch erschreckt, weder durch Geist, noch durch Wort, noch durch Brief als durch uns, als ob der Tag des Herrn da wäre.
2. Thessalonicher 2,8 und dann wird der Gesetzlose geoffenbart werden, den der Herr Jesus verzehren wird durch den Hauch seines Mundes und vernichten durch die Erscheinung seiner Ankunft,
Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die wichtigsten Unterschiede zwischen diesen beiden Ereignissen:
Die unterschiedliche Bedeutung der beiden Ereignisse spiegelt sich auch in den biblischen Begriffen wider. Zwar wird das griechische Wort für Ankunft (Parousia) für beide Phasen verwendet, bei der Erscheinung jedoch meist mit einem klärenden Zusatz – zum Beispiel durch den Hinweis auf Macht und Herrlichkeit (wie in 2. Thessalonicher 2,8–9) oder die Erwähnung, dass er „mit“ seinen Heiligen kommt (wie in 1. Thessalonicher 3,13).
2. Thessalonicher 2,8–9 und dann wird der Gesetzlose geoffenbart werden, den der Herr Jesus verzehren wird durch den Hauch seines Mundes und vernichten durch die Erscheinung seiner Ankunft, 9ihn, dessen Ankunft nach der Wirksamkeit des Satans ist, in aller Macht und allen Zeichen und Wundern der Lüge
1. Thessalonicher 3,13 um eure Herzen tadellos in Heiligkeit zu befestigen vor unserem Gott und Vater, bei der Ankunft unseres Herrn Jesus mit allen seinen Heiligen.
Für die Erscheinung nutzt die Bibel ansonsten ganz eigene Ausdrücke, die Begriffe wie erscheinen, sichtbar werden oder offenbar werden beinhalten. Diese Wörter werden niemals für die Entrückung verwendet.
Die folgende Übersicht zeigt die verschiedenen Ausdrücke im Vergleich:
Diese Ausdrücke geben uns einen Vorgeschmack auf die Herrlichkeit dieses Ereignisses. Christus wird dann persönlich gegenwärtig sein (Parousia), und seine Herrlichkeit wird strahlend hervorleuchten (Epiphaneia). Er wird nicht länger verkannt werden; stattdessen wird für jeden offensichtlich sein, wer Er wirklich ist (Phaneroo) – nicht nur der Mensch Jesus aus Nazareth, sondern der verheißene Menschensohn (Daniel 7,13; Matthäus 26,64).
Daniel 7,13 Ich schaute in Gesichten der Nacht: und siehe, mit den Wolken des Himmels kam einer wie eines Menschen Sohn; und er kam zu dem Alten an Tagen und wurde vor denselben gebracht.
Matthäus 26,64 Jesus spricht zu ihm: Du hast es gesagt. Doch ich sage euch: Von nun an werdet ihr den Sohn des Menschen sitzen sehen zur Rechten der Macht und kommen auf den Wolken des Himmels.
Er wird nicht länger verborgen bleiben, sondern in seiner vollen Schönheit und Macht „enthüllt“ werden (Apokalypsis). An einigen Stellen der Bibel werden sogar mehrere dieser Ausdrücke miteinander kombiniert – wie etwa die „Erscheinung seiner Ankunft“ (die Epiphaneia seiner Parousia in 2. Thessalonicher 2,8 und dann wird der Gesetzlose geoffenbart werden, den der Herr Jesus verzehren wird durch den Hauch seines Mundes und vernichten durch die Erscheinung seiner Ankunft,).
Es gibt eine faszinierende Verbindung zwischen den beiden Phasen der Wiederkunft Christi und seinem ersten Kommen vor rund 2.000 Jahren:
Das erste Kommen: Damals kam Jesus in reiner Gnade zu seinem Volk Israel und in die Welt. Von beiden wurde Er jedoch abgelehnt – die Seinen nahmen Ihn nicht auf und die Welt erkannte Ihn nicht. Die Hauptverantwortlichen dafür waren damals Herodes und Pilatus (Apostelgeschichte 4,27 Denn in dieser Stadt versammelten sich in Wahrheit wider deinen heiligen Knecht Jesus, den du gesalbt hast, sowohl Herodes als Pontius Pilatus mit den Nationen und den Völkern Israels,).
Die Erscheinung: Bei seiner späteren Erscheinung werden diese beiden Gruppen gerichtet: die Nationen (insbesondere das wiedererstehende Römische Reich, vertreten durch dessen Herrscher) sowie das abtrünnige Israel, das vom Antichristen angeführt wird (Offenbarung 19,20 Und es wurde ergriffen das Tier und der falsche Prophet, der mit ihm war, der die Zeichen vor ihm tat, durch welche er die verführte, welche das Malzeichen des Tieres annahmen und die sein Bild anbeteten, lebendig wurden die zwei in den Feuersee geworfen, der mit Schwefel brennt.).
Die Gläubigen jedoch, die bis zum Zeitpunkt der Entrückung auf der Erde leben, müssen kein Gericht fürchten. Sie sollen stattdessen einmal in Herrlichkeit mit Christus erscheinen. Damit das möglich ist, werden sie zuvor zu ihm entrückt (1. Thessalonicher 4,14.17 Denn wenn wir glauben, daß Jesus gestorben und auferstanden ist, also wird auch Gott die durch Jesum Entschlafenen mit ihm bringen. 17danach werden wir, die Lebenden, die übrigbleiben, zugleich mit ihnen entrückt werden in Wolken dem Herrn entgegen in die Luft; und also werden wir allezeit bei dem Herrn sein.).
Dieser Zusammenhang wird noch dadurch unterstrichen, dass die Bibel ein und dasselbe Wort (Epiphaneia) sowohl für das erste Kommen des Herrn (in Gnade) als auch für seine zukünftige Erscheinung verwendet (2. Timotheus 1,10; Titus 2,13; vgl. Titus 2,11).
Mit anderen Worten: Dort, wo damals seine Gnade hervorgeleuchtet hat, wird eines Tages auch seine Herrlichkeit erstrahlen!
2. Timotheus 1,10 jetzt aber geoffenbart worden ist durch die Erscheinung unseres Heilandes Jesus Christus, welcher den Tod zunichte gemacht, aber Leben und Unverweslichkeit ans Licht gebracht hat durch das Evangelium,
Titus 2,13 indem wir erwarten die glückselige Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit unseres großen Gottes und Heilandes Jesus Christus,
vgl. Titus 2,11 Denn die Gnade Gottes ist erschienen, heilbringend für alle Menschen,
Die Erscheinung Christi in Macht und Herrlichkeit ist das bedeutendste zukünftige Ereignis, dem die Welt entgegensieht. In vielerlei Hinsicht wird sie das Blatt völlig wenden – und zwar für die Welt, für die Gläubigen und für Christus selbst. All diese drei Aspekte werden in einem kurzen Abschnitt in 2. Thessalonicher 1 (Verse 6–10) deutlich beschrieben:
2. Thessalonicher 1,6-10 wenn es anders bei Gott gerecht ist, Drangsal zu vergelten denen, die euch bedrängen, 7und euch, die ihr bedrängt werdet, Ruhe mit uns bei der Offenbarung des Herrn Jesus vom Himmel, mit den Engeln seiner Macht, 8in flammendem Feuer, wenn er Vergeltung gibt denen, die Gott nicht kennen, und denen, die dem Evangelium unseres Herrn Jesus Christus nicht gehorchen; 9welche Strafe leiden werden, ewiges Verderben vom Angesicht des Herrn und von der Herrlichkeit seiner Stärke, 10wenn er kommen wird, um an jenem Tage verherrlicht zu werden in seinen Heiligen und bewundert in allen denen, die geglaubt haben; denn unser Zeugnis bei euch ist geglaubt worden.
Die Welt: Sie hat die Christen damals verfolgt (und tut es bis heute) und wird dafür ihre gerechte Strafe bzw. Vergeltung erhalten (V. 6, 8, 9).
Die Gläubigen: Die Verfolgten werden endlich Ruhe und Erleichterung finden (V. 7).
Christus: Er, der von der Welt bis heute verachtet und verworfen wird, wird dann öffentlich verherrlicht und bewundert werden (V. 10).
Andere Stellen im Neuen Testament ergänzen dieses Bild:
Für die Gläubigen wird es ein Tag des Lohns sein (2. Timotheus 4,8), der Tag, an dem sie gemeinsam mit Christus offenbar werden (Kolosser 3,4) und an seiner Herrlichkeit sowie Herrschaft teilhaben (Offenbarung 5,10; 20,4).
2. Timotheus 4,8 fortan liegt mir bereit die Krone der Gerechtigkeit, welche der Herr, der gerechte Richter, mir zur Vergeltung geben wird an jenem Tage; nicht allein aber mir, sondern auch allen, die seine Erscheinung lieben.
Kolosser 3,4 Wenn der Christus, unser Leben, geoffenbart werden wird, dann werdet auch ihr mit ihm geoffenbart werden in Herrlichkeit.
Offenbarung 5,10 und hast sie unserem Gott zu Königen und Priestern gemacht, und sie werden über die Erde herrschen!
Offenbarung 20,4 Und ich sah Throne, und sie saßen darauf, und es wurde ihnen gegeben, Gericht zu halten; und die Seelen derer, welche um des Zeugnisses Jesu und um des Wortes Gottes willen enthauptet waren, und die, welche das Tier nicht angebetet hatten, noch sein Bild, und das Malzeichen nicht angenommen hatten an ihre Stirn und an ihre Hand, und sie lebten und herrschten mit dem Christus tausend Jahre.
Für Christus ist es der Moment des Triumphs und der weltweiten Anerkennung. Genau dort auf der Erde, wo Er einst gekreuzigt wurde, wird nun seine volle Macht und Herrlichkeit sichtbar werden (vgl. Matthäus 26,64). Das ist der tiefste Grund, warum wir uns nach seiner Erscheinung sehnen und sie lieben (2. Timotheus 4,8).
Matthäus 26,64 Jesus spricht zu ihm: Du hast es gesagt. Doch ich sage euch: Von nun an werdet ihr den Sohn des Menschen sitzen sehen zur Rechten der Macht und kommen auf den Wolken des Himmels.
2. Timotheus 4,8 fortan liegt mir bereit die Krone der Gerechtigkeit, welche der Herr, der gerechte Richter, mir zur Vergeltung geben wird an jenem Tage; nicht allein aber mir, sondern auch allen, die seine Erscheinung lieben.
Das Kommen Christi in Macht und Herrlichkeit ist das zentrale Ereignis in der Offenbarung. Es wird schon im ersten Kapitel erwähnt: „Siehe, er kommt mit den Wolken, und jedes Auge wird ihn sehen …“ (Kap. 1,7). Dann wird Er die Erde in Besitz nehmen und die Rechte geltend machen, die man bei seinem Kommen in Gnade so missachtet hatte.
Nach den Gerichten der Drangsalszeit (Kap. 6-18) und der Hochzeit des Lammes (Kap. 19,6-10) sieht Johannes „den Himmel geöffnet“ (Kap. 19,11). Der folgende Abschnitt beschreibt, wie Christus, unter dem Namen „Treu und Wahrhaftig“, mit „vielen Diademen“ gekrönt erscheint. Er hat Augen wie eine Feuerflamme: Er sieht alles und richtet Böses. Er trägt ein in Blut getauchtes Gewand, d. h., Er steht im Begriff, Gericht auszuführen. In seinem Gefolge sind Kriegsheere: die Gläubigen, die seit der Entrückung im Himmel sind und nun mit Ihm erscheinen (aber in weißen Gewändern – d. h., nicht sie üben das Gericht aus, sondern Er). Er kommt mit dem Schwert, tritt die Kelter „des Weines des Grimmes des Zornes Gottes“ und weidet die Nationen „mit eiserner Rute“. Der einmal verachtete „Jesus, der Nazaräer, der König der Juden“ (Joh 19,19) kommt dann unter dem auf seiner Hüfte geschriebenen Namen „König der Könige und Herr der Herren“.
Offenbarung 19,11-13 Und ich sah den Himmel geöffnet, und siehe, ein weißes Pferd, und der darauf saß, genannt Treu und Wahrhaftig, und er richtet und führt Krieg in Gerechtigkeit. 12Seine Augen aber sind eine Feuerflamme, und auf seinem Haupte sind viele Diademe, und er trägt einen Namen geschrieben, den niemand kennt, als nur er selbst; 13und er ist bekleidet mit einem in Blut getauchten Gewande, und sein Name heißt: Das Wort Gottes.
Wie reagieren die Machthaber und Armeen der Erde auf dieses Erscheinen? Offenbarung 19,19 liefert die schockierende Antwort: „Und ich sah das Tier und die Könige der Erde und ihre Heere versammelt, um den Krieg zu führen mit dem, der auf dem Pferd saß, und mit seinem Heer.“
Das ist der Gipfel menschlicher Verblendung und Auflehnung. Doch das Ende ist eindeutig: Christus wirft „das Tier“ (den Anführer des wiedererstandenen Römischen Reichs) und den falschen Propheten (den Antichristen) lebendig in den Feuersee, während die restlichen Widersacher durch das Schwert seines Mundes gerichtet werden (Verse 20–21).
Offenbarung 19,20-21 Und es wurde ergriffen das Tier und der falsche Prophet, der mit ihm war, der die Zeichen vor ihm tat, durch welche er die verführte, welche das Malzeichen des Tieres annahmen und die sein Bild anbeteten, lebendig wurden die zwei in den Feuersee geworfen, der mit Schwefel brennt. 21Und die übrigen wurden getötet mit dem Schwerte dessen, der auf dem Pferde saß, welches Schwert aus seinem Munde hervorging; und alle Vögel wurden von ihrem Fleische gesättigt.
Im Zusammenhang mit der Erscheinung Christi wird eine Reihe weiterer bedeutender Ereignisse stattfinden (wobei die Offenbarung vor allem das Römische Reich im Blick hat, während die prophetischen Bücher des Alten Testaments stärker den „Assyrer“ und den jüdischen Überrest betonen).
Um diese Abläufe einzuordnen, hilft ein Blick auf die politische Lage, die zu jenem Zeitpunkt auf der Erde herrschen wird. Das prophetische Wort zeichnet dazu folgendes Bild:
Die Situation in Israel: Das jüdische Volk – zunächst vor allem durch zwei Stämme vertreten – hat nach jahrhundertelanger Zerstreuung in sein Heimatland zurückgefunden.
Die Führung: Der Antichrist regiert, und die breite Masse des Volkes folgt ihm sowie dem Götzendienst.
Die Bedrohung: Israel ist von feindlichen Nachbarvölkern umgeben, insbesondere aus dem nördlichen Raum.
Bündnisse: Der Antichrist hat einen politischen Bund mit dem römischen Herrscher geschlossen.
Der treue Überrest: Ein kleiner Teil gläubiger Juden verkündigt das Evangelium des Reiches und wird dafür grausam verfolgt.
Der Ablauf der Ereignisse bei der Erscheinung
Ausgehend von dieser Ausgangslage entfalten sich im Zuge von Christi Wiederkunft nacheinander folgende Ereignisse:
Einfall des Assyrers: Der Feind aus dem Norden (der Assyrer) fällt in Israel ein und stößt bis nach Ägypten vor (Jesaja 8,7–8; 28,14–21; Daniel 11,40–43). Dabei wird auch Jerusalem belagert (Micha 4,14).
Europäische Truppen: Eine europäische Armee marschiert nach Israel (Offenbarung 16,16; 19,19), vermutlich um dem Land Schutz zu gewähren (Jesaja 28,15; Daniel 9,27).
Truppen aus dem Osten: Auch Heere aus dem fernen Osten treffen in der Region ein (Offenbarung 16,12–14).
Sammelpunkt Harmagedon: Alle diese Kriegsheere versammeln sich im Bereich von Harmagedon (Offenbarung 16,16).
Rückkehr des Assyrers: Der Assyrer hört beunruhigende Nachrichten, macht sich auf den Rückweg nach Israel (Daniel 11,44–45) und schließt Jerusalem erneut ein (Jesaja 29,1–8; Sacharja 12).
Das Kommen Christi: Christus erscheint sichtbar in Begleitung von Engeln und den im Himmel verbliebenen Gläubigen (1. Thessalonicher 3,13; 2. Thessalonicher 1,7; vgl. Offenbarung 19,11–21).
Der Aufstand der Mächte: Das „Tier“ (der römische Machthaber) und die Könige der Erde beschließen in völliger Verblendung, den offenen Kampf gegen Christus aufzunehmen (Offenbarung 17,14; 19,19).
Gericht über die Anführer: Der römische Herrscher und der falsche Prophet (der Antichrist) werden gefasst und lebendig in den Feuersee geworfen (Offenbarung 19,20).
Besiegung der Heere: Die europäischen und östlichen Armeen werden durch das Schwert aus dem Mund Christi besiegt (Offenbarung 19,15.21).
Rettung des Überrests: Der jüdische Überrest ist durch den aus Ägypten zurückgekehrten Assyrer akut bedroht. In dieser Not wenden sie sich im Glauben an Christus. Dieser betritt den Ölberg (Sacharja 14,4). Sie blicken auf den, den sie einst durchstochen haben, und nehmen ihn als ihren Messias an (Offenbarung 1,7; Sacharja 12,10–14).
Befreiung und inneres Gericht: Christus befreit den treuen Überrest, zerschlägt den Assyrer (Jesaja 14,25; Daniel 11,45; Sacharja 14,3–4) und hält Gericht über das abtrünnige Israel (Matthäus 24,34–41; vgl. Sacharja 13,8 und Micha 5,9–13).
Auferstehung und Satan: Die Märtyrer der Drangsalszeit werden auferweckt (als Abschluss der ersten Auferstehung), und Satan wird gebunden (Offenbarung 20,1–4).
Das Tausendjährige Reich: Das Friedensreich bricht an (Offenbarung 11,15–18; 20,4–6), mit dem Thron in Jerusalem/Zion (Psalm 110,2–3.6; Jesaja 24,23).
Rückkehr ganz Israels: Alle zwölf Stämme kehren in ihr Land zurück (Jesaja 11,12; 66,20; Hesekiel 34,13; Psalm 73,24). Israel findet Frieden und lebt in ungeschützten Dörfern und Städten (Hesekiel 38,8–12).
Der Einfall von Gog (Russland): Eine Koalition unter Führung von Gog (Russland) greift an und wird vernichtend geschlagen (Hesekiel 38,18–23; 39).
Gericht unter den Nationen: Christus hält Gericht über die lebendigen Menschen aus den Völkern (Matthäus 25,31–46; Joel 4,2.12).
Weltweiter Frieden: Christus regiert auf der Erde in vollkommener Gerechtigkeit (Jesaja 32,17).
Ohne in jedes Detail gehen zu müssen, lässt sich festhalten: Wenn Christus in seiner Herrlichkeit erscheint, wird er
seine Feinde konsequent richten;
seinem Volk Israel tiefen, bleibenden Segen bringen;
genau dort offen herrschen, wo Er einst gedemütigt und verworfen wurde;
seinen Triumph und seine Herrschaft mit all jenen teilen, die einst seine Verwerfung teilten und nun durch Gnade zu Ihm gehören.
Die Erwartung, dass Christus in Herrlichkeit erscheinen wird, soll ganz ganz praktisch unser Denken, unsere Motivation und unser Handeln prägen. Das prophetische Wort gleicht einer Lampe (2. Petrus 1,19), die hell auf unsere heutige Lebenssituation scheint. Sowohl Paulus als auch Petrus und Johannes ermutigen uns deshalb dazu, bewusst im Licht dieser Wiederkunft zu leben:
Treue im Auftrag: Timotheus sollte das ihm anvertraute Wort rein und untadelig bewahren – und das ausdrücklich „bis zur Erscheinung unseres Herrn Jesus Christus“ (1. Timotheus 6,14). Auch als er trotz starkem Gegenwind das Wort predigen sollte, erinnerte Paulus ihn an diesen Horizont (2. Timotheus 4,1–3).
Trost im Leiden: Als Paulus selbst vor dem Märtyrertod stand, schenkte ihm der Gedanke an die bevorstehende Erscheinung tiefe Zuversicht und Freude (2. Timotheus 4,8).
Verborgen und doch gewiss: Den Kolossern schrieb Paulus, dass ihr wahres Leben gegenwärtig noch mit Christus verborgen ist, sie aber eines Tages gemeinsam mit ihm in Herrlichkeit offenbar werden (Kolosser 3,4).
Heiliger Wandel: Die Thessalonicher wurden dazu aufgerufen, in Heiligkeit untadelig zu sein im Blick auf die Ankunft des Herrn mit all seinen Heiligen (1. Thessalonicher 3,13). Titus erinnert daran, dass uns die Gnade Gottes lehrt, „besonnen, gerecht und gottselig“ zu leben, während wir auf die „glückselige Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit unseres großen Gottes und Heilandes Jesus Christus“ warten (Titus 2,12–13).
Durchhaltevermögen im Schmerz: Petrus macht leidenden Gläubigen Mut, dass ihr erprobter Glaube in der Offenbarung Jesu Christi zu Lob, Ehre und Herrlichkeit führen wird, sodass sie sich mit unbeschreiblichem Jubel freuen können (1. Petrus 1,7; 4,13).
Reinigung der Gegenwart: Johannes betont, dass die Welt die Identität der Kinder Gottes im Moment noch nicht versteht – doch das wird sich bei seiner Erscheinung ändern. Wer diese lebendige Hoffnung in sich trägt, zieht daraus ganz praktische Konsequenzen für das Hier und Jetzt: „Jeder, der diese Hoffnung zu ihm hat, reinigt sich selbst, wie er rein ist“ (1. Johannes 3,2–3).
Unterstrichen wird dieser Gedanke durch biblische Aussagen vom „Tag Christi“ oder „Tag Jesu“ (siehe z. B. 1. Korinther 1,8; Philipper 1,6). Damit ist im Grunde dasselbe gemeint wie mit dem „Tag des Herrn“ (der mit der Erscheinung anbricht) – nur eben speziell aus der Perspektive der Gläubigen betrachtet, die diesen Tag voller Vorfreude erwarten dürfen.
Lieben wir seine Erscheinung?
Leben wir im Licht dieses Ereignisses?
Die Korinther hatten damals vergessen, dass sie einmal mit Christus erscheinen und an seiner Seite herrschen würden – andernfalls hätten sie in vielen Dingen ganz anders gehandelt (1. Korinther 6,2–3).
Wenn wir uns das strahlende Hervorleuchten (Epiphaneia) seiner sichtbaren Gegenwart (Parousia) immer wieder neu vor Augen führen, schenkt uns das himmlische Perspektive, frische Energie und eine klare Ausrichtung für unseren täglichen Weg.