1Und Jahwe sprach zu Abram: Gehe aus deinem Lande und aus deiner Verwandtschaft und aus deines Vaters Hause, in das Land, das ich dir zeigen werde. 2Und ich will dich zu einer großen Nation machen und dich segnen, und ich will deinen Namen groß machen; und du sollst ein Segen sein! 3Und ich will segnen, die dich segnen, und wer dir flucht, den werde ich verfluchen; und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter der Erde! 4Und Abram ging hin, wie Jahwe zu ihm geredet hatte, und Lot ging mit ihm; und Abram war fünfundsiebzig Jahre alt, als er aus Haran zog. 5Und Abram nahm Sarai, sein Weib, und Lot, seines Bruders Sohn, und alle ihre Habe, die sie erworben, und die Seelen, die sie in Haran gewonnen hatten, und sie zogen aus, um in das Land Kanaan zu gehen; und sie kamen in das Land Kanaan. 6Und Abram durchzog das Land bis zu dem Orte Sichem, bis zur Terebinthe Mores. Und die Kanaaniter waren damals im Lande. 7Und Jahwe erschien dem Abram und sprach: Deinem Samen will ich dieses Land geben. Und er baute daselbst Jahwe, der ihm erschienen war, einen Altar. 8Und er brach auf von dannen nach dem Gebirge ostwärts von Bethel und schlug sein Zelt auf, Bethel gegen Westen und Ai gegen Osten; und er baute daselbst Jahwe einen Altar und rief den Namen Jahwes an.
Leitvers: 1. Mose 12,3 – „Und ich will segnen, die dich segnen, und wer dir flucht, den werde ich verfluchen; und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter der Erde!“
Der Ruf zum Heil: Die Einladung zur Rettung (Vgl. Matthäus 11,28; Römer 1,6).
Der Ruf zum Dienst: Die Beauftragung für Gottes Aufgaben (Vgl. Apostelgeschichte 13,2; Markus 16,15).
Der Ruf zur Herrlichkeit: Das Ziel in Gottes Gegenwart (Vgl. 1. Thessalonicher 4,13–18).
Die Berufung Abrams erforderte eine grundsätzliche Absonderung:
Von der Heimat: Ein Bild für die Trennung von dieser Welt (Vgl. Josua 24,2; 1. Johannes 5,19).
Von der Verwandtschaft: Die Lösung von alten menschlichen Bindungen (Vgl. Matthäus 10,37).
Der umfassende Ruf des Glaubens:
Berufung zur Heiligkeit, zum ewigen Leben, zur Freiheit, zur Gemeinschaft, zum Leiden, zur Segnung und zur ewigen Herrlichkeit (Vgl. Römer 1,7; Galater 5,13; 1. Petrus 5,10).
Abram musste seine Heimat, seine Verwandtschaft und sein Vaterhaus verlassen (Verse 1 und 5).
Das Christentum fordert Hingabe: Das Leben des Christen ist genau das wert, was es kostet (Vgl. Lukas 14,26–33; Römer 12,1–2).
Gott entgegnete Abrams Verzicht mit einem reichen Segen:
Eine neue Heimat: Das verheißene Land und der Blick auf die ewige Stadt (Vgl. Hebräer 11,16).
Eine große Aufgabe: Ein Segen für andere zu sein (Vgl. Matthäus 28,18–20).
Wahre Größe: Freund Gottes genannt zu werden (Vgl. Jakobus 2,23).
Gottes Gunst und Segnung: Tiefer innerer Friede und geistlicher Reichtum (Vgl. Psalm 32,1; Epheser 1,3).
Erkenntnis und Gemeinschaft mit Gott: Das Privileg, Gott zu kennen und anzubeten (Vgl. Johannes 4,23–24; 2. Korinther 4,6).
Zunächst teilweiser Gehorsam (1. Mose 11,31):
Abram nahm seinen Vater Terach mit und blieb in Haran stehen, bis Terach starb. In dieser Zeit gab es keine Berichte über aktive Gemeinschaft mit Gott.
Vollständiger Gehorsam (1. Mose 12,5):
Abraham wird als der „Kolumbus des Glaubens“ bezeichnet: Er kannte den Weg vor sich nicht, aber er vertraute dem Führer. Erst im völligen Gehorsam entfaltete sich der volle Segen und die Gemeinschaft mit Gott.