1.Prophetische Reden über Juda, Kapitel 1-12
Gottes Anklage gegen Juda
1Das Gesicht Jesajas, des Sohnes Amoz', welches er über Juda und Jerusalem geschaut hat in den Tagen Ussijas, Jothams, Ahas', Jehiskias, der Könige von Juda. 2Höret, ihr Himmel, und horche auf, du Erde! Denn Jahwe hat geredet: Ich habe Kinder großgezogen und auferzogen, und sie sind von mir abgefallen. 3Ein Ochse kennt seinen Besitzer, und ein Esel die Krippe seines Herrn; Israel hat keine Erkenntnis, mein Volk hat kein Verständnis. 4Wehe der sündigen Nation, dem Volke, belastet mit Ungerechtigkeit, dem Samen der Übeltäter, den verderbt handelnden Kindern! Sie haben Jahwe verlassen, haben den Heiligen Israels verschmäht, sind rückwärts gewichen. 5Warum solltet ihr weiter geschlagen werden, da ihr nur den Abfall mehren würdet? Das ganze Haupt ist krank, und das ganze Herz ist siech. 6Von der Fußsohle bis zum Haupte ist nichts Gesundes an ihm: Wunden und Striemen und frische Schläge; sie sind nicht ausgedrückt und nicht verbunden, und nicht erweicht worden mit Öl. 7Euer Land ist eine Wüste, eure Städte sind mit Feuer verbrannt; eure Flur Fremde verzehren sie vor euren Augen; und eine Wüste ist es, gleich einer Umkehrung durch Fremde. 8Und die Tochter Zion ist übriggeblieben wie eine Hütte im Weinberge, wie eine Nachthütte im Gurkenfelde, wie eine belagerte Stadt. 9Wenn Jahwe der Heerscharen uns nicht einen gar kleinen Überrest gelassen hätte, wie Sodom wären wir, Gomorra gleich geworden.
Die Verurteilung der nur oberflächlichen Religion
10Höret das Wort Jahwes, Vorsteher von Sodom; horchet auf das Gesetz unseres Gottes, Volk von Gomorra! 11Wozu soll mir die Menge eurer Schlachtopfer? spricht Jahwe; ich bin satt der Brandopfer von Widdern und des Fettes der Mastkälber, und am Blute von Farren und Lämmern und jungen Böcken habe ich kein Gefallen. 12Wenn ihr kommet, um vor meinem Angesicht zu erscheinen, wer hat dieses von eurer Hand gefordert, meine Vorhöfe zu zertreten? 13Bringet keine eitle Opfergabe mehr! Räucherwerk ist mir ein Greuel. Neumond und Sabbath, das Berufen von Versammlungen: Frevel und Festversammlung mag ich nicht. 14Eure Neumonde und eure Festzeiten haßt meine Seele; sie sind mir zur Last geworden, ich bin des Tragens müde. 15Und wenn ihr eure Hände ausbreitet, verhülle ich meine Augen vor euch; selbst wenn ihr des Betens viel machet, höre ich nicht: eure Hände sind voll Blutes. 16Waschet euch, reiniget euch; schaffet die Schlechtigkeit eurer Handlungen mir aus den Augen, lasset ab vom Übeltun! 17Lernet Gutes tun, trachtet nach Recht, leitet den Bedrückten; schaffet Recht der Waise, führet der Witwe Sache!
Verheißung und Warnung
18Kommt denn und laßt uns miteinander rechten, spricht Jahwe. Wenn eure Sünden wie Scharlach sind, wie Schnee sollen sie weiß werden; wenn sie rot sind wie Karmesin, wie Wolle sollen sie werden. 19Wenn ihr willig seid und höret, so sollt ihr das Gute des Landes essen. 20Wenn ihr euch aber weigert und widerspenstig seid, so sollt ihr vom Schwerte verzehrt werden. Denn der Mund Jahwes hat geredet.
21Wie ist zur Hure geworden die treue Stadt! Sie war voll Recht, Gerechtigkeit weilte darin, und jetzt Mörder! 22Dein Silber ist zu Schlacken geworden, dein edler Wein mit Wasser verdünnt. 23Deine Fürsten sind Widerspenstige und Diebsgesellen, ein jeder von ihnen liebt Geschenke und jagt nach Belohnungen; der Waise schaffen sie nicht Recht, und der Witwe Sache kommt nicht vor sie.
24Darum spricht der Herr, Jahwe der Heerscharen, der Mächtige Israels: Ha! Ich werde mich letzen an meinen Widersachern und Rache nehmen an meinen Feinden. 25Und ich werde meine Hand gegen dich wenden, und werde deine Schlacken ausschmelzen wie mit Laugensalz und hinwegschaffen all dein Blei. 26Und ich werde deine Richter wiederherstellen wie zuerst, und deine Räte wie im Anfang. Danach wird man dich nennen: Stadt der Gerechtigkeit, treue Stadt. 27Zion wird erlöst werden durch Gericht, und seine Rückkehrenden durch Gerechtigkeit. 28Aber Zerschmetterung der Übertreter und der Sünder allzumal; und die Jahwe verlassen, werden untergehen. 29Denn sie werden beschämt werden wegen der Terebinthen, die ihr begehrt, und ihr werdet mit Scham bedeckt werden wegen der Gärten, an denen ihr Gefallen hattet. 30Denn ihr werdet sein wie eine Therebinthe, deren Laub verwelkt ist, und wie ein Garten, der kein Wasser hat. 31Und der Starke wird zum Werge werden und sein Tun zum Funken; und sie werden beide miteinander verbrennen, und niemand wird löschen.
Kapitel 1
Jesaja beginnt mit einer Beschreibung des Zustands des Volkes Juda. Es ist dümmer als Ochsen und Esel.
Das Volk ist von der Fußsohle bis zum Haupt krank. (Vers. 1‒9). Seine Führer/Leiter werden Vorsteher von Sodom genannt. Das Volk gleicht den Bewohnern Gomorras. Der Gottesdienst der Leiter und des Volkes ist für Jahwe ein Gräuel, denn ihre Taten stehen im Gegensatz zu ihren Worten. Es hat nicht den Anschein von Gottseligkeit (Vers. 10‒17).
Sie sollen sich von ihrer Bosheit bekehren und in ihren Wegen zeigen, dass sie Jahwe aufrichtig fürchten und verehren (Vers. 18‒20)
Gerichtsandrohungen (V. 21‒25)
Künftige Wiederherstellung (V. 26)
Erneute Gerichtsandrohungen (V. 27‒31)
Jesaja 1,1 Das Gesicht Jesajas, des Sohnes Amoz', welches er über Juda und Jerusalem geschaut hat in den Tagen Ussijas, Jothams, Ahas', Jehiskias, der Könige von Juda.
Offenbarung.: Hes 1,1; 2. Kor 12,1; Offb 1,1; 1. Mo 15,1; Da 1,17; Da 7,1; Apg 9,10; Apg 9,12 Jesaja: 2. Kö 19,2; Mt 4,14-16; Mt 15,7-8; Joh 1,23; Joh 12,38-40; Apg 8,27-28 Ussijas: 2. Chr 26,1
Zu Gesicht siehe: „Und das Übrige der Geschichte Jehiskias und seine guten Taten, siehe, sie sind geschrieben im Gesicht Jesajas, des Sohnes des Amoz, des Propheten, im Buch der Könige von Juda und Israel“ (2Chr 32,32 Und das Übrige der Geschichte Jehiskias und seine guten Taten, siehe, sie sind geschrieben in dem Gesichte Jesajas, des Sohnes Amoz', des Propheten, in dem Buche der Könige von Juda und Israel.).
Jesaja hat etwa in der Zeit von 767–697 geweissagt. Seine Botschaft richtete sich hauptsächlich an Juda und Jerusalem. Er hat den Untergang des Nordreiches miterlebt. Hiskia war ein treuer Mann (2Chr 29,3Im ersten Jahre seiner Regierung, im ersten Monat, öffnete er die Türen des Hauses Jahwes und besserte sie aus), doch leider konnte er den Abfall nicht aufhalten. Jesaja diente im Wesentlichen in den Tagen des Ahas und Jehiskias.
Walvoord
Jesajas Weissagungen zentrieren sich auf Juda und Jerusalem. Sein Buch wird eine Offenbarung genannt, was bedeutet, daß der Prophet etwas geistig und geistlich "geschaut" hat (vgl. Jes 2,1 ) und daß er gehört hat, wie Gott zu ihm spricht. Dieses Wort "Offenbarung" (andere übersetzen "Vision" oder "Schau") leitet auch die Weissagungen von Obadja, Micha und Nahum ein.
Jesaja kannte die Stadt Jerusalem, ihren Tempel und den königlichen Hof. Zu seiner Zeit waren die letzten Jahre des Nordreiches (Israel) angebrochen. Das Nordreich fiel 722 v. Chr. an die Assyrer, die damals versuchten, das gesamte syrisch-palästinensische Gebiet zu erobern. Jesaja schrieb an das Südreich, das etwas mehr als 100 Jahre später (586 v. Chr.) in die Hand des babylonischen Weltreiches fallen wird.
Zu Jesaja, Sohn des Amoz , und der Zeit des Dienstes von Jesaja (in der Regierungszeit von Usija, Jotam, Ahas und Hiskia ) vgl. "Autor und Entstehungszeit" in der Einführung .
Drei Könige waren gottwohlgefällige Könige: Ussija, Jotham und Hiskia. Ahas war ein durch und durch böser König. Auch unter den guten Königen war der Zustand unter dem Volk sehr schlecht. Eine Reformation des Volkes war nicht möglich.
Die Reformation unter Josia, die eine Zeit später stattfand und die eine sehr tiefgreifende Reform war, war dennoch sehr oberflächlich, wie wir im Buch Jeremia sehen. Das ist sehr entmutigend. Auch heutzutage ist vieles sehr entmutigend. Das Äußere mag schön scheinen, doch wie sieht es darunter aus? Das macht deutlich, wie dringend wir den prophetischen Dienst brauchen.
In den Tagen: Weitere Zeitangaben sind:
Berufung Jesajas im Todesjahr Ussijas (6,1)
Angriff durch Rezin und Pekach in den Tagen Ahas (7,1)
Ausspruch über Philistäa im Todesjahr des Ahas (14,28)
Das Jahr, in dem der Tartan nach Asdod kam (20,1)
Companion Bible Bemerkung:
Vers 1: Die Vision Jesajas. Dies ist der Titel des gesamten Buches.
Er sah = Er sah in einer Vision. Hebr. chaza, schauen/anblicken, wie in 2,1; 13,1. Nicht dasselbe Wort wie in 6,1.6; 21,6.7; aber Jahwe war der Sprecher. Jesajas Stimme und Feder, aber Jahwe Worte (Vers. 2).
Über Juda und Jerusalem. Dies ist das Thema des Buches. Es betrifft nicht die „Kirche/Gemeinde“ oder die „Welt“ und gilt auch nicht anderen Nationen, außer sofern sie mit „Juda und Jerusalem“ in Berührung kommen. Sein Thema ist die Rettung der Nation durch Jahwe durch Gericht und Gnade, als „Leben aus den Toten“ (Röm 11,15). Es richtet sich an diejenigen, die den Messias erwarten (8,17; 45,22) und auf ihn „harren“ (8,17; 25,9; 26,8; 33,2).
Usia (2. Chr 26,1–23; 649 v. Chr.), Jotham (2. Chr 27,1–9), Ahas (2. Chr 28,1–27) und... Das Fehlen von Konjunktionen (Bindewörtern) zwischen diesen Namen und die ihnen zugeordneten hebräischen Akzente deuten darauf hin, dass einige von ihnen zeitweise gemeinsam regierten. Siehe Anhang 50, S. 69.
Hiskia (2. Chr 29,1–32,33 und Jes 36,1–39,8).
1:2—5:30. MAHNUNGEN: TADELND UND PROPHETISCH.
1,2-31: Das Wort Jahwes. „Hört!“ Zion der Weinberg.
2,1-5: Zions künftige Herrlichkeit.
2,6-22: Die Sünde Judas (Männer). Das Gericht wird verkündet.
3,1-15: Der politische Ruin Judas.
3,16—4,1: Die Sünde Judas (Frauen). Das Gericht wird verkündet.
4,2-6: Zions künftige Herrlichkeit.
5,1-30: Das Lied Jahwes. „Richtet!“ Zion der Weinberg.
Jesaja 1,2 Höret, ihr Himmel, und horche auf, du Erde! Denn Jahwe hat geredet: Ich habe Kinder großgezogen und auferzogen, und sie sind von mir abgefallen.
Himmel: 5. Mo 4,26; 5. Mo 32,1; Ps 50,4 gesprochen: Jes 40,5-6; Ps 68,34; Am 3,8; Hebr 1,1-2 großgezog.: Jes 46,3 abgefallen: Ne 9,26; Jer 2,5-13
Hört, ihr Himmel, und horche auf, du Erde! Denn der HERR hat geredet: Ich habe Kinder großgezogen und auferzogen, und sie sind von mir abgefallen: Jesaja ruft Himmel und Erde zu Zeugen auf. Auch Mose hatte Himmel und Erde zu Zeugen aufgerufen (5Mo 32,1 Horchet, ihr Himmel, und ich will reden; und die Erde höre die Worte meines Mundes!). Die gesamte Schöpfung wird mit einbezogen.
Ich habe Kinder großgezogen: Gott ist der Vater seines Volkes (vgl. 5Mo 14,1; 32,5; Mal 2,10). Wir als Christen sind in einer viel tieferen Bedeutung Kinder Gottes. Viele Menschen kennen Gott nicht als ihren Vater.
5. Mose 14,1 Ihr seid Kinder Jahwes, eures Gottes; ihr sollt euch nicht wegen eines Toten Einschnitte machen und euch nicht kahl scheren zwischen euren Augen.
Maleachi 2,10 Haben wir nicht alle einen Vater? Hat nicht ein Gott uns geschaffen? Warum handeln wir treulos einer gegen den anderen, indem wir den Bund unserer Väter entweihen?
Abgefallen: Man kann den Abfall nicht an einem bestimmten Punkt oder Ereignis festmachen. Jesaja prangerte den Abfall an: keine Erkenntnis, kein Verständnis, sündige Nation, Nachkommen der Übeltäter, böse Söhne, Jahwe verlassen, verschmäht, rücklings gewichen. Der Abfall betraf nicht Einzelne unter dem Volk Gottes, sondern das gesamte Volk.
Companion Bible Bemerkung:
Vers 2: Hört, ihr Himmel. (Figur: Apostrophe / Anrede, Anhang 6).
Bezug zum Pentateuch (Anhang 92): Es beginnt wie das Lied des Mose (5. Mo 32,1; siehe Anmerkungen, S. 283) und ist ein Kommentar dazu. Beachte die Verbindung der beiden Bücher – Jesaja ist die notwendige Fortsetzung des 5. Buches Mose. Dieser Vers stand auf dem Titelblatt früher englischer Bibeln, um das Recht aller zu beanspruchen, zu hören, was Jehova geredet hat.
denn: Beachte den angegebenen Grund.
der HERR: Hebr. Jahwe (Anhang 4. II).
hat geredet: d. h. vernehmlich/artikuliert. Nicht Jesaja. Die gesamte moderne Kritik basiert auf der Annahme, dass es ein menschliches Buch ist und dass Vorhersage eine menschliche Unmöglichkeit ist (was wir einräumen); dies endet in einer völligen Leugnung der Inspiration. Dem hat Gott 2. Petrus 1,21 entgegengestellt.
gesprochen: Jahwe ist der Ewige: „Der da war und der da ist und der da kommt“. Daher sind seine Worte wie er selbst ewig; und die Prophetie bezieht sich sowohl auf die damalige Gegenwart als auch auf die Zukunft und kann eine präteritistische und futuristische Auslegung haben sowie eine gegenwärtige Anwendung auf uns selbst.
großgezogen: Vergleiche 2. Mose 4,22; 5. Mose 14,1; 32,6.18.20.
Kinder = Söhne.
empört (oder: rebelliert): Hebr. pash'a (Anhang 44. ix).
Jesaja 1,3 Ein Ochse kennt seinen Besitzer, und ein Esel die Krippe seines Herrn; Israel hat keine Erkenntnis, mein Volk hat kein Verständnis.
Ps 14,2; Jer 8,7; Hos 2,10
Ein Ochse kennt seinen Besitzer, und ein Esel die Krippe seines Herrn; Israel hat keine Erkenntnis, mein Volk hat kein Verständnis:
Tiere sind manchmal klüger als Menschen. Traurig, wenn Menschen mit Tieren verglichen werden und schlechter abschneiden. Ochse und Esel scheinen dumme Lastträger zu sein, doch sie wissen den Weg zur Krippe zurück, weil sie ihnen gutes Futter gibt.
Kennen – Erkenntnis: Israel kennt seinen Gott nicht, sie haben keine Gemeinschaft mit dem wahren Gott, der sich seinem Volk offenbart hat. Gott nennt Israel noch „mein Volk“ (ammi).
Anwendung: Kehren wir ebenfalls gern zum Wort Gottes zurück, weil wir da Nahrung für unsere Seele finden? Erkenntnis und Verständnis fehlen. Erkenntnis Gottes und Verständnis für die Zeit, in der wir leben.
Companion Bible Bemerkung:
Vers 3:
erkennt: Durch die Figur der Metonymie (der Ursache) (Anhang 6) für alles eingesetzt, was diese Erkenntnis einschließt.
nicht kennt: Vergleiche Jeremia 8,7. Alle Not Israels rührte von der Wahrheit dieser Anklage her (siehe Lk 19,42–44). Die ganze Not wird beseitigt werden, wenn Jesaja 54,13 und 60,16 erfüllt sind; siehe auch Jeremia 31,34; Jesaja 11,9 sowie Jeremia 9,23.24.
Mein Volk: Einige Handschriften lesen zusammen mit der Septuaginta, der Peschitta und der Vulgata: „und Mein Volk“.
Jesaja 1,4 Wehe der sündigen Nation, dem Volke, belastet mit Ungerechtigkeit, dem Samen der Übeltäter, den verderbt handelnden Kindern! Sie haben Jahwe verlassen, haben den Heiligen Israels verschmäht, sind rückwärts gewichen.
verderb.: Jes 30,9; Jer 6,28; verlassen: Jer 2,13; gelästert: Jes 5,24; 5. Mo 32,15; 1. Sam 2,30 abgewandt: Ps 78,57
Die Verse 1–4 beschreiben den Zustand des Volkes, die Verse 5–7 ihre Taten.
Sündige Nation, vgl. „heilige Nation“ (2Mo 19,6 und ihr sollt mir ein Königreich von Priestern und eine heilige Nation sein. Das sind die Worte, die du zu den Kindern Israel reden sollst.).
Volk, belastet mit Ungerechtigkeit
Nachkommen der Übeltäter (vgl. Joh 8; Mt 3,7 Als er aber viele der Pharisäer und Sadducäer zu seiner Taufe kommen sah, sprach er zu ihnen: Otternbrut! Wer hat euch gewiesen, dem kommenden Zorn zu entfliehen?)
Jahwe verlassen
Den Heiligen Israels verschmäht (Ps 50,21.22)
Sind rückwärts gewichen – ein erneuter Sündenfall (1Mo 3).
Companion Bible Bemerkung:
Vers 4:
Wehe! (Figur: Ekphonese / Ausruf). Beachte die vier ausrufenden Beschreibungen (siehe auch die Anmerkung zu „abgewandt“ weiter unten).
sündig: Hebr. chata (Anhang 44. i).
sündige Nation: Beachte die Figuren Apostrophe, Synonymie und Anabase in den Versen 4 und 5. Im Gegensatz zu 2. Mose 19,6; 5. Mose 7,6; 14,2.21.
beladen = schwer belastet.
Ungerechtigkeit: Hebr. 'avah (Anhang 44. i).
der = bestehend aus (Genitiv der Apposition, Anhang 17. 4).
Übeltäter (wörtlich: Verderber): Bezug auf den Pentateuch (5. Mo 32,5).
verlassen: Abfall in der Gesinnung. Bezug auf den Pentateuch (5. Mo 28,20; 31,16; Anhang 92). Kommt im „früheren“ Teil hier vor (V. 28; 6,12; 7,16; 10,3 [verlassen], 14 [zurückgelassen]; 17,2.9; 18,6 [verlassen]; 27,10; 32,14) sowie im „späteren“ Teil (41,17; 49,14; 54,6; 55,7; 58,2; 60,15; 62,4.12; 65,11; Anhang 79. II).
der HERR: Hebr. Jahwe (zusammen mit 'eth = Jahwe selbst, Anhang 4. II). Nicht dasselbe wie in den Versen 2, 9, 10, 11, 20.
gelästert (oder: verachtet, erzürnt): Bezug auf den Pentateuch (Anhang 92). Ein altes mosisches Wort (4. Mo 14,11.23; 16,30; 5. Mo 31,20). Abfall in Worten (siehe Anmerkung oben).
der Heilige Israels: Kommt 25-mal bei Jesaja vor: zwölfmal im „früheren“ Teil (1,4; 5,19.24; 10,20; 12,6; 17,7; 29,19; 30,11.12.15; 31,1; 37,23) und dreizehnmal im „späteren“ Teil (41,14.16.20; 43,3.14; 45,11; 47,4; 48,17; 49,7; 54,5; 55,5; 60,9.14). Außerhalb von Jesaja wird es einmal von ihm selbst verwendet (2. Kön 19,22 – das erste Vorkommen) sowie dreimal in den Psalmen (71,22; 78,41; 89,18).
rückwärts abgewandt: Abfall in der Tat. Siehe die Anmerkung zu V. 4 und beachte den dreifachen Abfall in diesem Vers.
Jesaja 1,5 Warum solltet ihr weiter geschlagen werden, da ihr nur den Abfall mehren würdet? Das ganze Haupt ist krank, und das ganze Herz ist siech.
Jer 5,3 Jahwe, sind deine Augen nicht auf die Treue gerichtet? Du hast sie geschlagen, aber es hat sie nicht geschmerzt; du hast sie vernichtet: Sie haben sich geweigert, Zucht anzunehmen; sie haben ihre Angesichter härter gemacht als einen Fels, sie haben sich geweigert, umzukehren.
Am 4,6-11 Und so habe auch ich euch reine Zähne gegeben in allen euren Städten und Mangel an Brot in allen euren Orten; und doch seid ihr nicht bis zu mir umgekehrt, spricht Jahwe. 7Und auch ich habe euch den Regen entzogen, als noch drei Monate bis zur Ernte waren; und ich habe auf die eine Stadt regnen lassen, während ich auf die andere Stadt nicht regnen ließ; der eine Acker wurde beregnet, und der Acker, auf welchen es nicht regnete, verdorrte; 8und zwei, drei Städte wankten zu einer Stadt hin, um Wasser zu trinken, und wurden nicht satt. Dennoch seid ihr nicht bis zu mir umgekehrt, spricht Jahwe. 9Ich habe euch mit Kornbrand und mit Vergilben geschlagen; eine große Zahl eurer Gärten und eurer Weinberge und eurer Feigen- und eurer Olivenbäume fraß die Heuschrecke. Dennoch seid ihr nicht bis zu mir umgekehrt, spricht Jahwe. 10Ich habe die Pest unter euch gesandt in der Weise Ägyptens; ich habe eure Jünglinge mit dem Schwerte getötet, indem zugleich eure Rosse gefangen weggeführt wurden, und ich ließ den Gestank eurer Heerlager aufsteigen, und zwar in eure Nase. Dennoch seid ihr nicht bis zu mir umgekehrt, spricht Jahwe. 11Ich habe eine Umkehrung unter euch angerichtet wie die Umkehrung von Sodom und Gomorra durch Gott; und ihr waret wie ein Brandscheit, das aus dem Feuer gerettet ist. Dennoch seid ihr nicht bis zu mir umgekehrt, spricht Jahwe.
Gott hat das Volk bereits geschlagen, doch es hat keinen Sinn. Zucht würde den Abfall vermehren. Das Volk hat eine tödliche Krankheit: Kopf und Haupt sind krank.
In Vers 8 lesen wir davon, dass Jerusalem eine belagerte Stadt war (das könnte die Belagerung unter dem assyrischen König Sanherib [704–681] gewesen sein; das war in der Zeit Hiskias [726–697]).
Weiter schlagen: 2Chr 28,22 Und in der Zeit seiner Bedrängnis, da handelte er noch treuloser gegen Jahwe, er, der König Ahas.
Walvoord - Vers 5-7
Als das Bundesvolk Gott den Rücken zuwandte (Vers. 4), hatte dies Konsequenzen (vgl. 5Mo 28,15-68 ). Jesaja zählt auf, was ihm widerfährt, um ihm zu helfen, seine gegenwärtigen Schwierigkeiten als Folge seines Ungehorsams zu sehen.
Zunächst benutzt er das Bild eines Menschen, der geschlagen wurde und an seinem ganzen Körper krank ist ( Jes 1,5-6 ). Diese unverbundenen Beulen, Striemen und frischen Wunden sind ein Bild für den geistlichen Zustand der Menschen, machen aber zugleich auch seine militärische Situation deutlich.
Von allen Seiten ist es von feindlichen Mächten belagert und verliert einen Teil seines Landes an fremde Nationen (Vers. 7). Es hätte erkennen müssen, daß diese furchtbaren Probleme ihren Grund in seinem geistlichen Zustand hat. Ob Jesaja hier die kurz bevorstehende Situation im Nordreich beschreibt, die durch die assyrische Invasion (722 v. Chr.) entstand oder ob er prophetisch von der kommenden Zerstörung Judas spricht (586 v. Chr.), muß offen bleiben. Es scheint jedoch wahrscheinlicher, daß er von Juda spricht.
Die Worte verlassen, verbrannt und verwüstet klingen, als wäre die Verwüstung bereits eingetreten. Auf diese Weise macht Jesaja die Sicherheit des kommenden Gerichtes deutlich.
Companion Bible Bemerkung:
Vers 5:
Warum...? (Figur: Erotesis / rhetorische Frage, Anhang 6).
Jesaja 1,6 Von der Fußsohle bis zum Haupte ist nichts Gesundes an ihm: Wunden und Striemen und frische Schläge; sie sind nicht ausgedrückt und nicht verbunden, und nicht erweicht worden mit Öl.
Jer 30,13 niemand führt deine Streitsache, für das Geschwür gibt es kein Heilmittel, da ist kein Pflaster für dich!
Nah 3,19 Keine Linderung für deine Wunde, dein Schlag ist tödlich! Alle, welche die Kunde von dir hören, klatschen über dich in die Hände; denn über wen ist nicht deine Bosheit beständig ergangen?
Lukas 10,30-34 Jesus aber erwiderte und sprach: Ein gewisser Mensch ging von Jerusalem nach Jericho hinab und fiel unter Räuber, die ihn auch auszogen und ihm Schläge versetzten und weggingen und ihn halbtot liegen ließen. 31Von ungefähr aber ging ein gewisser Priester jenes Weges hinab; und als er ihn sah, ging er an der entgegengesetzten Seite vorüber. 32Gleicherweise aber auch ein Levit, der an den Ort gelangte, kam und sah ihn und ging an der entgegengesetzten Seite vorüber. 33Aber ein gewisser Samariter, der auf der Reise war, kam zu ihm hin; und als er ihn sah, wurde er innerlich bewegt; 34und er trat hinzu und verband seine Wunden und goß Öl und Wein darauf; und er setzte ihn auf sein eigenes Tier und führte ihn in eine Herberge und trug Sorge für ihn.
2Chr 36,16 Aber sie verspotteten die Boten Gottes und verachteten seine Worte und äfften seine Propheten, bis der Grimm Jahwes gegen sein Volk stieg, daß keine Heilung mehr war.
(Lk 10,30–35: Öl und Wein). Die Wunden, Striemen und frischen Schläge sind nicht behandelt worden. Gottes züchtigende Handlungen sind vergeblich. Sie führen nicht zur Heilung.
Companion Bible Bemerkung:
Vers 6:
Wunden: Beachte die Figur der Synonymie (Gleichbedeutung). Im Hebräischen steht die Einzahl, ebenso wie bei den anderen beiden Begriffen.
Salbe = Öl.
Jesaja 1,7 Euer Land ist eine Wüste, eure Städte sind mit Feuer verbrannt; eure Flur Fremde verzehren sie vor euren Augen; und eine Wüste ist es, gleich einer Umkehrung durch Fremde.
5. Mo 28,33 Die Frucht deines Landes und alle deine Arbeit wird ein Volk verzehren, das du nicht kennst; und du wirst nur bedrückt und geplagt sein alle Tage.
5. Mo 28,43 Der Fremdling, der in deiner Mitte ist, wird höher und höher über dich emporkommen, und du, du wirst tiefer und tiefer hinabsinken.
5. Mo 28,48-52 wirst du deinen Feinden dienen, die Jahwe wider dich senden wird, in Hunger und in Durst und in Blöße und in Mangel an allem; und er wird ein eisernes Joch auf deinen Hals legen, bis er dich vertilgt hat. 49Jahwe wird von ferne, vom Ende der Erde her, eine Nation gegen dich herbeiführen, gleichwie der Adler fliegt, eine Nation, deren Sprache du nicht verstehst; 50eine Nation harten Angesichts, welche die Person des Greises nicht ansieht und des Knaben sich nicht erbarmt; 51und welche die Frucht deines Viehes und die Frucht deines Landes verzehren wird, bis du vertilgt bist; welche dir weder Getreide, noch Most, noch Öl, noch das Geworfene deiner Rinder, noch die Zucht deines Kleinviehes übriglassen wird, bis sie dich zu Grunde gerichtet hat. 52Und sie wird dich belagern in allen deinen Toren, bis deine Mauern, die hohen und festen, auf welche du vertraust, in deinem ganzen Lande gefallen sind; und sie wird dich belagern in allen deinen Toren, in deinem ganzen Lande, das Jahwe, dein Gott, dir gegeben hat.
Klgl 5,2 Unser Erbteil ist Fremden zugefallen, unsere Häuser Ausländern.
Israel war verwüstet, Juda zum Teil ebenfalls.
Gott hatte bereits den Assyrer als Zuchtrute gebraucht (Jes 10). Allein Jerusalem war noch verschont worden.
Das Umland war zerstört (vgl. Jesaja Kapitel 36 – 39).
Companion Bible Bemerkung:
Vers 7:
verwüstet (verödet): Kommt im „früheren“ Teil hier vor (6,11; 17,9; 33,8) sowie im „späteren“ Teil (49,8.19; 54,1.3; 61,4.4; 62,4).
eure Städte: Einige Handschriften lesen zusammen mit der Peschitta: „und eure Städte“.
Land = Ackerboden / Erdboden.
Fremde = Ausländer oder Abtrünnige. Hebr. zur. Siehe Anmerkung zu Sprüche 5,3 (nicht dasselbe Wort wie in Kapitel 2,6).
Jesaja 1,8 Und die Tochter Zion ist übriggeblieben wie eine Hütte im Weinberge, wie eine Nachthütte im Gurkenfelde, wie eine belagerte Stadt.
Tochter: Klgl 2,1; Klgl 2,8 Hütte: Hi 27,18; Jer 4,17
Jerusalem war buchstäblich übriggeblieben. Wie unsinnig ist es, in Zion ein Bild der Versammlung zu sehen. Dort, wo Zion im Neuen Testament erwähnt wird, geht es meist um das buchstäbliche Zion im Alten Testament (Mt 21,5; Joh 12,15; Röm 9,33; 1Pet 2,6; Röm 11,26).
Mt 21,5 »Saget der Tochter Zion: Siehe, dein König kommt zu dir, sanftmütig und reitend auf einer Eselin und auf einem Füllen, des Lasttiers Jungen.«
Joh 12,15 »Fürchte dich nicht, Tochter Zion! Siehe, dein König kommt, sitzend auf einem Eselsfüllen.«
Röm 9,33 wie geschrieben steht: »Siehe, ich lege in Zion einen Stein des Anstoßes und einen Fels des Ärgernisses, und wer an ihn glaubt, wird nicht zu Schanden werden.«
1Pet 2,6 Denn es ist in der Schrift enthalten: »Siehe, ich lege in Zion einen Eckstein, einen auserwählten, kostbaren; und wer an ihn glaubt, wird nicht zu Schanden werden.«
Röm 11,26 und also wird ganz Israel errettet werden, wie geschrieben steht: »Es wird aus Zion der Erretter kommen, er wird die Gottlosigkeiten von Jakob abwenden;
In Hebräer 12,22 geht es bei Zion um das Prinzip der Gnade. Wenn die beiden Sinai und Zion gegenübergestellt werden, ist Sinai ein Bild vom Gesetz und Zion von der Gnade (vgl. Gal 4,21‒31). Es ist nicht so, dass Zion eine Tochter hat, sie ist selbst die Tochter. Sie sollte eigentlich die Braut Gottes sein, doch was soll Gott mit einer solchen Stadt anfangen?
Walvoord - Vers 8-9
Jesaja beschreibt dann die Einwohner Jerusalems ( die Tochter Zion ; vgl. Jer 4,31; Kl 1,6; 2,13; Mi 1,13; 4,8; Sach 9,9 siehe auch die Anmerkungen zu Kl 2,1 und Sach 8,3 ) als Häuslein im Weinberg und Nachthütte im Gurkenfeld . Diese Gebäude waren einfach errichtete Hütten, schattenspendend gegen die Sonne. Sie dienten den Wächtern, die die Ernte gegen Diebe und wilde Tiere bewachen mußten.
Gewöhnlich standen sie recht "einsam" im Feld und konnten daher leicht angegriffen werden. Juda wäre längst verwüstet wie Sodom und Gomorra , wenn nicht Gottes Gnade einen geringen Rest übriggelassen hätte. (Jahrhunderte später zitiert Paulus diese Verse in Röm 9,29 .) Ja, Juda war im Hinblick auf seine Sünde sogar wie diese beiden verdorbenen Städte. (Vgl. die Erwähnung beider Städte in Jes 1,10 und von Sodom in Jes 3,9; Hes 16,46.48-49 .) Ganz sicher wurden einige Bewohner Judas durch die Erwähnung der beiden Städte an 5Mo 29,22 erinnert, wo Gott diese als Bild für sein Gericht über das sündige Israel benutzt.
Übriggeblieben: Kapitel 4,3; 2Chr 28,5–8.17.18. Sieht die Stadt im Gerichtshandeln die Hand Gottes, damit sie sich bekehren? Gibt es unter uns Leute, die umkehren.
Belagerte Stadt: Vgl. die Verse 4–7. Sind wir uns eigentlich unseres traurigen Zustandes heutzutage in der Christenheit bewusst. Wie hat Gott die „Brüder“ wegen ihres Hochmutes zerschlagen. Und setzt der Feind nicht alles daran, dass wir noch gänzlich zerschlagen werden? Nein, es ist Gott, der zerschlägt und belagert. Lasst uns zu Ihm umkehren.
Companion Bible Bemerkung:
Vers 8:
Hütte (Englisch: cottage) = eine Laubhütte, aus Schilfrohr hergestellt (Vergleiche Hiob 27,18 Er hat sein Haus gebaut wie die Motte, und der Hütte gleich, die ein Wächter sich macht.).
Warte (oder: Schutzhütte / ein Nachtlager, Englisch: lodge): Eine Plattform auf vier Pfosten, geschützt durch Blätter oder Säcke, die nach Abschluss der Ernte den Witterungseinflüssen überlassen wird.
Jesaja 1,9 Wenn Jahwe der Heerscharen uns nicht einen gar kleinen Überrest gelassen hätte, wie Sodom wären wir, Gomorra gleich geworden.
Überrest: Jes 4,3; Jes 10,20 Sodom: 1. Mo 19,24; Röm 3,13; Röm 9,29
Überrest: Jesaja 4,3 Und es wird geschehen, wer in Zion übriggeblieben und wer in Jerusalem übriggelassen ist, wird heilig heißen, ein jeder, der zum Leben eingeschrieben ist in Jerusalem: Jesaja 10,20 Und es wird geschehen an jenem Tage, da wird der Überrest Israels und das Entronnene des Hauses Jakob sich nicht mehr stützen auf den, der es schlägt; sondern es wird sich stützen auf Jahwe, den Heiligen Israels, in Wahrheit.
Sodom: 1. Mose 19,24 Und Jahwe ließ auf Sodom und auf Gomorra Schwefel und Feuer regnen von Jahwe aus dem Himmel; Römer 3,13 »Ihr Schlund ist ein offenes Grab; mit ihren Zungen handelten sie trüglich.« »Otterngift ist unter ihren Lippen.« Römer 9,29 Und wie Jesaias zuvorgesagt hat: »Wenn nicht der Herr Zebaoth uns Samen übriggelassen hätte, so wären wir wie Sodom geworden und Gomorra gleich geworden.«
Vers 9
Allein der Barmherzigkeit Jahwes ist es zu verdanken, dass es einen kleinen Überrest unter dem Volk gab (die Stadt Jerusalem). Hier können wir an einen kleinen Überrest inmitten des Volkes denken, den es auch damals gab und den es auch in Zukunft geben wird.
Ein Überrest aus Gnade.
Alle anderen wird Gott wie Sodom und Gomorra vernichten (siehe V. 10 Höret das Wort Jahwes, Vorsteher von Sodom; horchet auf das Gesetz unseres Gottes, Volk von Gomorra!).
Walvoord - Vers 8-9
Jesaja beschreibt dann die Einwohner Jerusalems (die Tochter Zion ; vgl. Jer 4,31; Kl 1,6; 2,13; Mi 1,13; 4,8; Sach 9,9 siehe auch die Anmerkungen zu Kl 2,1 und Sach 8,3 ) als Häuslein im Weinberg und Nachthütte im Gurkenfeld . Diese Gebäude waren einfach errichtete Hütten, schattenspendend gegen die Sonne. Sie dienten den Wächtern, die die Ernte gegen Diebe und wilde Tiere bewachen mußten. Gewöhnlich standen sie recht "einsam" im Feld und konnten daher leicht angegriffen werden.
Juda wäre längst verwüstet wie Sodom und Gomorra , wenn nicht Gottes Gnade einen geringen Rest übriggelassen hätte. (Jahrhunderte später zitiert Paulus diese Verse in Röm 9,29 .) Ja, Juda war im Hinblick auf seine Sünde sogar wie diese beiden verdorbenen Städte. (Vgl. die Erwähnung beider Städte in Jes 1,10 und von Sodom in Jes 3,9; Hes 16,46.48-49 .) Ganz sicher wurden einige Bewohner Judas durch die Erwähnung der beiden Städte an 5Mo 29,22 erinnert, wo Gott diese als Bild für sein Gericht über das sündige Israel benutzt.
Companion Bible Bemerkung:
Vers 9:
Wenn nicht... (oder: Wäre nicht...): Die erste Stelle in Jesaja, die im Neuen Testament zitiert wird (Röm 9,29).
sehr klein (oder: ein ganz geringer Rest): Hebr. kim'at. Siehe Anmerkung zu Sprüche 5,14.
wie Sodom: Bezug auf den Pentateuch (1. Mo 19,1–29; 5. Mo 29,23; Anhang 92). Vergleiche Jesaja 3,9 für den Grund.
Jesaja 1, von Vers 10 bis 17 Seine Leiter werden Oberste von Sodom genannt. Das Volk ähnelt dem Volk von Gomorra. – Der Gottesdienst der Leiter und des Volkes ist für Jahwe ein Gräuel, denn ihre Taten stehen im Gegensatz zu ihren Worten. Es hat nicht den Anschein von Gottseligkeit.
Jesaja 1,10 Höret das Wort Jahwes, Vorsteher von Sodom; horchet auf das Gesetz unseres Gottes, Volk von Gomorra!
5. Mo 32,32 Denn von dem Weinstock Sodoms ist ihr Weinstock und von den Fluren Gomorras; ihre Beeren sind Giftbeeren, bitter sind ihre Trauben.
Jer 23,14 ber an den Propheten Jerusalems habe ich Schauderhaftes gesehen: Ehebrechen und in der Lüge Wandeln, und sie stärken die Hände der Übeltäter, auf daß sie nicht umkehren, ein jeder von seiner Bosheit; sie sind mir allesamt wie Sodom geworden, und seine Bewohner wie Gomorra.
Hes 16,48 So wahr ich lebe, spricht der Herr, Jahwe, Sodom, deine Schwester, sie und ihre Töchter haben nicht getan, wie du getan hast, du und deine Töchter!
Die Vorsteher bilden Sodom und das Volk Gomorra.
Mit einem Unterschied: Es geht hier um Nachkommen Abrahams.
Abraham betete für die Städte. Wer soll jetzt für Israel beten?
Sie werden gerichtet werden.
Walvoord - Vers 10
Aufbauend auf seiner Erwähnung von Sodom und Gomorra in Vers 9 vergleicht Jesaja nun die Herrscher und die Menschen von Juda mit diesen verdorbenen Städten. Sowohl die Führer als auch die Bevölkerung - und zwar in allen Schichten der Gesellschaft - sollen Gottes Wort hören (vgl. V. 2 ).
Companion Bible Bemerkung:
Vers 10:
Ihr Herrscher von... (wörtlich: Herrscher von): d.h. Herrscher, die herrschten wie in Sodom.
das Gesetz: Bezug auf den gesamten Pentateuch. Kommt zwölfmal bei Jesaja vor (1,10; 2,3; 5,24; 8,16.20; 24,5; 30,9 usw.).
ihr Volk von... (wörtlich: Volk von): d.h. Volk, das sich verhielt wie die Bewohner von Gomorra.
Jesaja 1,11 Wozu soll mir die Menge eurer Schlachtopfer? spricht Jahwe; ich bin satt der Brandopfer von Widdern und des Fettes der Mastkälber, und am Blute von Farren und Lämmern und jungen Böcken habe ich kein Gefallen.
1. Sam 15,22 Und Samuel sprach zu Saul: Hat Jahwe Lust an Brandopfern und Schlachtopfern, wie daran, daß man der Stimme Jahwes gehorcht? Siehe, Gehorchen ist besser als Schlachtopfer, Aufmerken besser als das Fett der Widder.
Spr 15,8 Das Opfer der Gesetzlosen ist Jahwe ein Greuel, aber das Gebet der Aufrichtigen sein Wohlgefallen.
Jer 6,20 Wozu soll mir denn Weihrauch aus Scheba kommen, und das gute Würzrohr aus fernem Lande? Eure Brandopfer sind mir nicht wohlgefällig und eure Schlachtopfer mir nicht angenehm.
Am 5,21-22 Ich hasse, ich verschmähe eure Feste, und eure Festversammlungen mag ich nicht riechen: 22denn wenn ihr mir Brandopfer und eure Speisopfer opfert, habe ich kein Wohlgefallen daran; und das Friedensopfer von eurem Mastvieh mag ich nicht ansehen.
Mt 9,13 Gehet aber hin und lernet, was das ist: »Ich will Barmherzigkeit und nicht Schlachtopfer«; denn ich bin nicht gekommen, Gerechte zu rufen, sondern Sünder.
Äußerlich schien alles in Ordnung zu sein.
Der Opferdienst funktionierte einwandfrei (vgl. das Volk im Buch Maleachi; vgl. Mich, Amos).
Die Opfer werden nicht mit wahrhaftigem Herzen gebracht; das Volk ließ nicht von der Sünde.
Walvoord - Vers 11 bis 15
Der Herr weist den Versuch der Menschen, durch verschiedene Aspekte religiöser Rituale - wozu das Tieropfer (V. 11 ), Speiseopfer (V. 13 a), Feste und Feierlichkeiten (V. 12.13 b. 14 ) und Gebet (V. 15 ) gehören - ihre Schuld zu sühnen, zurück.
Manche haben (aus V. 11 ) fälschlicherweise den Schluß gezogen, daß Gott das Opfersystem nicht eingesetzt habe. Dies ist jedoch nicht richtig. Jesaja wendet sich vielmehr dagegen, daß die Menschen meinen, sie würden einfach durch das Opfern von Tieren am Altar rein vor Gott.
Selbst vielfaches Opfer ist bedeutungslos (V. 13 ) und gefällt Gott daher nicht, wenn der Mensch, der diesen "Gottesdienst" verrichtet, sein Leben nicht in Übereinstimmung mit Gottes Willen bringt.
Auch das sorgfältige Beachten regelmäßiger, monatlicher Opfergaben (Neumonde ; vgl. 4Mo 28,11-14 ) und das Halten des Sabbates (sowohl wöchentlich als auch im Hinblick auf die jährlichen Sabbate am Versöhnungstag und beim Laubhüttenfest; 3Mo 16,31; 23,34.39 ) sind für Gott bedeutungslos, wenn sie nicht mit der richtigen inneren Haltung geschehen.
Das Gleiche gilt für ihre Versammlungen am Sabbat ( 3Mo 23,3 ) und die Feste und Feiern , zu denen das Passafest ( 3Mo 23,4-7 ) ebenso gehört wie das Fest der Wochen ( 3Mo 23,15-21 ), das Fest der Posaunen ( 3Mo 23,24 ), der große Versöhnungstag ( 3Mo 23,26-27 ) und das Laubhüttenfest ( 3Mo 23,34 ).
Gott nennt das äußere Beachten solcher Gottesdienstformen böse , weil es heuchlerisch geschieht, mit sündigem Herzen (vgl. Jes 1,4 ). Diese kollektiven Feste gefallen Gott daher nicht, sie sind ihm vielmehr eine abscheuliche Last (V. 14 ).
Aber auch die vielen Gebete der Menschen sind ohne Erfolg aufgrund ihrer Schuld (V. 15 ). Die Worte breitet eure Arme aus bezeichnen eine Bitte um Hilfe (vgl. 1Kö 8,22; Kl 1,17 ). Diese Hände jedoch sind voller Blut ( Jes 1,15 ). Indem Menschen die Bedürftigen ungerecht behandeln (vgl. V. 16-17 ), werden sie mit Mördern verglichen, die dann ihre blutbefleckten Hände zu Gott im Gebet ausstrecken.
Dieser geistliche Zustand ließ die religiösen Rituale Judas absurd werden. Ganz offensichtlich wird Gott niemals auf solche Gebete hören (d. h. sie erhören; vgl. Ps 66,18 )! Die innere Gerechtigkeit muß das äußere Rituale begleiten, wenn dieses Ritual vor Gott irgendeine Bedeutung haben soll.
Companion Bible Bemerkung:
Vers 11:
Wozu...? (Figur: Synathrasmos / Anhäufung in den Versen 11–15; zudem Figur der Hypotyposis / lebhafte Schilderung zur Betonung der Hohlheit rein religiöser Bräuche – wie zu der Zeit, als Christus auf der Erde war. Vergleiche Johannes 2,6–7 mit 14,16; außerdem Matthäus 15,3–8).
spricht Jahwe: Die hebräische Zukunftsform (Futur) von 'amar (yömar), kombiniert mit einem göttlichen Titel, wird im sogenannten „früheren“ Teil von Jesaja dreimal verwendet (1,11; 1,18; 33,10) und sechsmal im „späteren“ Teil (40,1; 40,25; 41,21; 41,21; 66,9). Außerhalb davon nur in Psalm 12,6, während die Vergangenheit (Präteritum) häufiger verwendet wird (siehe Anhang 92).
Jesaja 1,12 Wenn ihr kommet, um vor meinem Angesicht zu erscheinen, wer hat dieses von eurer Hand gefordert, meine Vorhöfe zu zertreten?
2. Mo 23,17 Dreimal im Jahre sollen alle deine Männlichen vor dem Angesicht des Herrn Jahwe erscheinen.
Jer 7,9-11 Wie? Stehlen, morden und Ehebruch treiben und falsch schwören und dem Baal räuchern und anderen Göttern nachwandeln, die ihr nicht kennet! 10Und dann kommet ihr und tretet vor mein Angesicht in diesem Hause, welches nach meinem Namen genannt ist, und sprechet: Wir sind errettet damit ihr alle diese Greuel verübet! 11Ist denn dieses Haus, welches nach meinem Namen genannt ist, eine Räuberhöhle geworden in euren Augen? Ich selbst, siehe, ich habe es gesehen, spricht Jahwe.
Verse 12–14
Äußerlich ist scheinbar alles in Ordnung, doch das Herz ist weit entfernt. Das ist exakt der Zustand von Laodizea.
Es gab viele unter dem Volk Gottes, die sich dessen nicht bewusst waren. Sie erkannten nicht die Zeichen der Zeit. Sie meinten, die Anwesenheit des Tempels sei Ausdruck des Wohlgefallens Gottes an seinem Volk.
Walvoord - Vers 11 bis 15
Der Herr weist den Versuch der Menschen, durch verschiedene Aspekte religiöser Rituale - wozu das Tieropfer (V. 11 ), Speiseopfer (V. 13 a), Feste und Feierlichkeiten (V. 12.13 b. 14 ) und Gebet (V. 15 ) gehören - ihre Schuld zu sühnen, zurück.
Manche haben (aus V. 11 ) fälschlicherweise den Schluß gezogen, daß Gott das Opfersystem nicht eingesetzt habe. Dies ist jedoch nicht richtig. Jesaja wendet sich vielmehr dagegen, daß die Menschen meinen, sie würden einfach durch das Opfern von Tieren am Altar rein vor Gott.
Selbst vielfaches Opfer ist bedeutungslos (V. 13 ) und gefällt Gott daher nicht, wenn der Mensch, der diesen "Gottesdienst" verrichtet, sein Leben nicht in Übereinstimmung mit Gottes Willen bringt.
Auch das sorgfältige Beachten regelmäßiger, monatlicher Opfergaben (Neumonde ; vgl. 4Mo 28,11-14 ) und das Halten des Sabbates (sowohl wöchentlich als auch im Hinblick auf die jährlichen Sabbate am Versöhnungstag und beim Laubhüttenfest; 3Mo 16,31; 23,34.39 ) sind für Gott bedeutungslos, wenn sie nicht mit der richtigen inneren Haltung geschehen.
Das Gleiche gilt für ihre Versammlungen am Sabbat ( 3Mo 23,3 ) und die Feste und Feiern , zu denen das Passafest ( 3Mo 23,4-7 ) ebenso gehört wie das Fest der Wochen ( 3Mo 23,15-21 ), das Fest der Posaunen ( 3Mo 23,24 ), der große Versöhnungstag ( 3Mo 23,26-27 ) und das Laubhüttenfest ( 3Mo 23,34 ).
Gott nennt das äußere Beachten solcher Gottesdienstformen böse , weil es heuchlerisch geschieht, mit sündigem Herzen (vgl. Jes 1,4 ). Diese kollektiven Feste gefallen Gott daher nicht, sie sind ihm vielmehr eine abscheuliche Last (V. 14 ).
Aber auch die vielen Gebete der Menschen sind ohne Erfolg aufgrund ihrer Schuld (V. 15 ). Die Worte breitet eure Arme aus bezeichnen eine Bitte um Hilfe (vgl. 1Kö 8,22; Kl 1,17 ). Diese Hände jedoch sind voller Blut ( Jes 1,15 ). Indem Menschen die Bedürftigen ungerecht behandeln (vgl. V. 16-17 ), werden sie mit Mördern verglichen, die dann ihre blutbefleckten Hände zu Gott im Gebet ausstrecken.
Dieser geistliche Zustand ließ die religiösen Rituale Judas absurd werden. Ganz offensichtlich wird Gott niemals auf solche Gebete hören (d. h. sie erhören; vgl. Ps 66,18 )! Die innere Gerechtigkeit muß das äußere Rituale begleiten, wenn dieses Ritual vor Gott irgendeine Bedeutung haben soll.
Companion Bible Bemerkung:
Vers 12:
zu erscheinen... (wörtlich: um mein Angesicht zu schauen): Bezug auf den Pentateuch (siehe Anmerkung zu 2. Mose 23,15).
tretet (wörtlich: zertretet und entheiligt dadurch): Hebr. ramas. Vergleiche Hesekiel 26,11; 34,18; Daniel 8,7.10.
Jesaja 1,13 Bringet keine eitle Opfergabe mehr! Räucherwerk ist mir ein Greuel. Neumond und Sabbath, das Berufen von Versammlungen: Frevel und Festversammlung mag ich nicht.
Jes 66,3 Wer ein Rind schlachtet, erschlägt einen Menschen; wer ein Schaf opfert, bricht einem Hunde das Genick; wer Speisopfer opfert: es ist Schweinsblut; wer Weihrauch als Gedächtnisopfer darbringt, preist einen Götzen. So wie diese ihre Wege erwählt haben und ihre Seele Lust hat an ihren Scheusalen,
Spr 21,27 Das Opfer der Gesetzlosen ist ein Greuel; wieviel mehr, wenn er es in böser Absicht bringt.
4. Mo 28,10 Es ist das Brandopfer des Sabbaths an jedem Sabbath nebst dem beständigen Brandopfer und seinem Trankopfer.
4. Mo 28,14 Und ihre Trankopfer: ein halbes Hin Wein soll zu einem Farren sein, und ein drittel Hin zu dem Widder, und ein viertel Hin zu einem Lamme. Das ist das monatliche Brandopfer in jedem Monat, nach den Monaten des Jahres.
Companion Bible Bemerkung:
Vers 13:
Speisopfer (Englisch: oblations): Hebr. minchah = Gabe / Geschenk-Opfer (Anhang 43. II. iii).
ist mir ein Greuel (wörtlich: ist... [selbst]): (Ergänzung im Hebräischen).
Festversammlungen (wörtlich: heilige Einberufungen): Hebr. mikra'. Bezug auf den Pentateuch (Anhang 92): Von insgesamt 23 Vorkommen stehen 20 im Pentateuch. Außerhalb davon kommt es nur hier, in 4,5 und in Nehemia 8,18 (dort in der späteren Bedeutung von „Vorlesen/Lesen“) vor. Es ist nicht kahal (siehe Anmerkung zu 1. Mose 28,3; 49,6 und Anhang 92).
ich kann es nicht ertragen (wörtlich: Hebr. yakol = fähig sein. Hier bedeutet es: „Ich bin nicht imstande [es zu ertragen oder zu dulden]“). Die Figur der Ellipse (Auslassung) muss auf diese Weise ergänzt werden.
Mühe und Last (wörtlich: Frevel / Eitelkeit; nicht dasselbe Wort wie in V. 4): Hebr. 'aven (Anhang 44. iii).
Frevel und Festversammlung (wörtlich im Hebräischen: „Mühe/Unrecht und die feierliche Versammlung“): Figur der Hendiadyoin (zwei Wörter für einen Gedanken) = eure nichtige/verderbte Versammlung.
Jesaja 1,14 Eure Neumonde und eure Festzeiten haßt meine Seele; sie sind mir zur Last geworden, ich bin des Tragens müde.
Festzeit.:
Am 5,21 Ich hasse, ich verschmähe eure Feste, und eure Festversammlungen mag ich nicht riechen:
3. Mo 23,2 Rede zu den Kindern Israel und sprich zu ihnen: Die Feste Jahwes, die ihr als heilige Versammlungen ausrufen sollt, meine Feste sind diese:
Jesaja 1,15 Und wenn ihr eure Hände ausbreitet, verhülle ich meine Augen vor euch; selbst wenn ihr des Betens viel machet, höre ich nicht: eure Hände sind voll Blutes.
höre nicht: Spr 1,28 Dann werden sie zu mir rufen, und ich werde nicht antworten; sie werden mich eifrig suchen, und mich nicht finden:
Jer 14,12 Wenn sie fasten, werde ich nicht auf ihr Flehen hören; und wenn sie Brandopfer und Speisopfer opfern, werde ich kein Wohlgefallen an ihnen haben; sondern ich werde sie durch das Schwert und durch den Hunger und durch die Pest vernichten.
Mi 3,4 Dann werden sie zu Jahwe schreien, und er wird ihnen nicht antworten; und er wird sein Angesicht vor ihnen verbergen zu jener Zeit, gleichwie sie ihre Handlungen böse gemacht haben.
Blut: Jes 59,2-3 sondern eure Missetaten haben eine Scheidung gemacht zwischen euch und eurem Gott, und eure Sünden haben sein Angesicht vor euch verhüllt, daß er nicht hört. 3Denn eure Hände sind mit Blut befleckt und eure Finger mit Ungerechtigkeit; eure Lippen reden Lüge, eure Zunge spricht Unrecht.
Gebet und Blut sind unvereinbar (vgl. 1Tim 2,8 Ich will nun, daß die Männer an jedem Orte beten, indem sie heilige Hände aufheben, ohne Zorn und zweifelnde Überlegung.). Gott hört nicht, Er erhört nicht. Unheilige Hände! Wo tun wir Dinge in Unreinheit?
Companion Bible Bemerkung:
Vers 15:
Und wenn ihr... = Selbst wenn ihr...
ihre Hände ausbreitet (wörtlich: eure Hände ausbreitet): Durch die Figur der Metonymie (des Anhangs/Begleitumstands) (Anhang 6) für „beten“, wobei die Hände ausgestreckt werden.
viele Gebete verrichtet = eure Gebete vervielfacht.
Blut (wörtlich: voll von Blut): Durch die Figur der Metonymie (der Wirkung) (Anhang 6) eingesetzt für die Taten, die das Blut vergossen haben.
Jesaja 1,16 Waschet euch, reiniget euch; schaffet die Schlechtigkeit eurer Handlungen mir aus den Augen, lasset ab vom Übeltun!
reinigt: Jer 4,14 Wasche dein Herz rein von Bosheit, Jerusalem, damit du gerettet werdest! Wie lange sollen deine heillosen Anschläge in deinem Innern weilen?
Jak 4,8 Nahet euch Gott, und er wird sich euch nahen. Säubert die Hände, ihr Sünder, und reiniget die Herzen, ihr Wankelmütigen.
Böse: Ps 34,15 weiche vom Bösen und tue Gutes; suche Frieden und jage ihm nach!
Hes 18,31 werfet von euch alle eure Übertretungen, womit ihr übertreten habt, und schaffet euch ein neues Herz und einen neuen Geist! Denn warum wollt ihr sterben, Haus Israel?
Röm 12,9 Die Liebe sei ungeheuchelt. Verabscheuet das Böse, haltet fest am Guten.
1. Petr 3,11 er wende sich ab vom Bösen und tue Gutes; er suche Frieden und jage ihm nach;
Bekehrung und Reinigung muss stattfinden. Gerechte Taten: Hände waschen (vgl. Ps 26,6; 73,13; Jak 4,8). Es geht darum, Gutes zu tun (Unterweisung in der Gerechtigkeit, 2Tim 3,16 Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nütze zur Lehre, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Unterweisung in der Gerechtigkeit,). Es geht hier in der Anwendung für uns nicht um unbekehrte Menschen, sondern um Gläubige, die in der Sünde leben.
Ps 26,6 Ich wasche in Unschuld meine Hände, und umgehe deinen Altar, Jahwe,
Ps 73,13 Fürwahr, vergebens habe ich mein Herz gereinigt, und in Unschuld gewaschen meine Hände.
Jak 4,8 Nahet euch Gott, und er wird sich euch nahen. Säubert die Hände, ihr Sünder, und reiniget die Herzen, ihr Wankelmütigen.
Walvoord - Vers 16 bis 20
Gott bietet jenen, die umkehren, völlige Vergebung an, aber er kündigt auch das Gericht für die an, die sich weiter gegen ihn auflehnen und ihn abweisen. Die Menschen hatten die falsche Vorstellung, daß sie leben könnten, wie es ihnen gefiel, solange sie sich nur durch das Opfersystem immer wieder Vergebung holten. Anstatt jedoch auf ein religiöses Ritual zu vertrauen (Vers. 10-15 ), sollen die Menschen Gott gehorchen und die richtige Herzenseinstellung zu ihm sowie das richtige Verhalten gegen ihre Mitmenschen haben.
Die Menschen müssen innerlich rein werden (auch ein Mörder wird nicht durch das Waschen seiner Hände rein). Sie müssen ihre bösen Taten (vgl. Vers. 13 ) durch rechtes Handeln ersetzen. Wie es schon der mosaische Bund festlegt, müssen sie ihr Vertrauen zu Gott und ihren Gehorsam dadurch sichtbar werden lassen, daß sie bedürftigen Menschen helfen - den Unterdrückten, den Waisen und den Witwen (vgl. Vers. 23; Jes 10,1-2; 5Mo 24,17.19-21; 26,12; 27,19 ).
Jes 10,1-2 Wehe denen, die Satzungen des Unheils verordnen, und den Schreibern, welche Mühsal ausfertigen, 2um die Armen vom Gericht zu verdrängen und die Elenden meines Volkes ihres Rechtes zu berauben, damit die Witwen ihre Beute werden und sie die Waisen plündern.
5Mo 24,17.19-21 Du sollst das Recht eines Fremdlings und einer Waise nicht beugen; und das Kleid einer Witwe sollst du nicht pfänden. 19Wenn du deine Ernte auf deinem Felde hältst und eine Garbe auf dem Felde vergissest, so sollst du nicht umkehren, um sie zu holen: Für den Fremdling, für die Waise und für die Witwe soll sie sein, auf daß Jahwe, dein Gott, dich segne in allem Werke deiner Hände. 20Wenn du deine Oliven abschlägst, so sollst du nicht hinterdrein die Zweige absuchen: Für den Fremdling, für die Waise und für die Witwe soll es sein. 21Wenn du deinen Weinberg liesest, so sollst du nicht hinterdrein Nachlese halten: Für den Fremdling, für die Waise und für die Witwe soll es sein.
5Mo 26,12 Wenn du fertig bist mit dem Abtragen alles Zehnten deines Ertrages im dritten Jahre, dem Jahre des Zehnten, und du ihn dem Leviten, dem Fremdling, der Waise und der Witwe gegeben hast, damit sie in deinen Toren essen und sich sättigen:
5Mo 27,19 Verflucht sei, wer das Recht des Fremdlings, der Waise und der Witwe beugt! Und das ganze Volk sage: Amen!
Gott fordert das sündige Volk nun auf, verständig zu werden ( Jes 1,18 ) und seine falschen inneren Einstellungen und sein falsches Tun zuzugeben. Die Einladung Kommt nun und laßt uns miteinander rechten ist mehr als der Ruf zu Verhandlungen zwischen dem Volk und Gott. Das Wort "rechten" ( yAKaH ) ist ein Ausdruck aus der Gerichtssprache, mit dem man das Darlegen, Überzeugen oder Entscheiden eines Falles vor Gericht bezeichnete. Die Menschen sollen durch ihr Argumentieren mit Gott davon überzeugt werden, daß er im Recht ist und sie im Unrecht. (Es kommen in diesem Kapitel noch weitere Gerichtsfachbegriffe vor: nach Recht trachten und Recht schaffen ; Vers. 17 .) Wenn sie das wirkliche Ausmaß ihrer Sünde zugeben - daß ihre Vergehen nämlich wie blutrote Flecken auf ihrer Seele sind ( Scharlach ist ein rotes Färbemittel, das aus einem Wurm gewonnen wird) - dann wird Gott in seiner Gnade sie reinigen und geistlich weiß machen wie Schnee oder Wolle . Aber das Bekennen der Sünde muß dieser Reinigung vorausgehen. Auch heute ist dies nicht anders.
Der Gehorsame wird das Beste des Landes essen, d. h. er wird reiche Ernten haben, wie es im Mose-Bund verheißen ist ( 5Mo 28,3-6.11 ). Wer es dagegen ablehnt, zu Gott umzukehren (Abtrünnige; vgl. Jes 1,23.28 ), wird von den Feinden besiegt ( vom Schwert gefressen ; Vers. 20; 5Mo 28,45-57 ). Dies ist sicher und steht fest, denn der Mund Jahwes sagt es (vgl. Jes 40,5; 58,14 ).
5Mo 28,3-6.11 Gesegnet wirst du sein in der Stadt, und gesegnet wirst du sein auf dem Felde. 4Gesegnet wird sein die Frucht deines Leibes und die Frucht deines Landes und die Frucht deines Viehes, das Geworfene deiner Rinder und die Zucht deines Kleinviehes. 5Gesegnet wird sein dein Korb und dein Backtrog. 6Gesegnet wirst du sein bei deinem Eingang, und gesegnet wirst du sein bei deinem Ausgang. 11Und Jahwe wird dir Überfluß geben an der Frucht deines Leibes und an der Frucht deines Viehes und an der Frucht deines Landes, zur Wohlfahrt in dem Lande, das Jahwe deinen Vätern geschworen hat, dir zu geben.
Jes 1,23.28 Deine Fürsten sind Widerspenstige und Diebsgesellen, ein jeder von ihnen liebt Geschenke und jagt nach Belohnungen; der Waise schaffen sie nicht Recht, und der Witwe Sache kommt nicht vor sie. 28Aber Zerschmetterung der Übertreter und der Sünder allzumal; und die Jahwe verlassen, werden untergehen.
Jes 1,20; Wenn ihr euch aber weigert und widerspenstig seid, so sollt ihr vom Schwerte verzehrt werden. Denn der Mund Jahwes hat geredet.
5Mo 28,45-57 Und alle diese Flüche werden über dich kommen und dich verfolgen und dich treffen, bis du vertilgt bist; weil du der Stimme Jahwes, deines Gottes, nicht gehorcht hast, seine Gebote und seine Satzungen zu beobachten, die er dir geboten hat. 46Und sie werden zum Zeichen und zum Wunder sein an dir und an deinem Samen bis in Ewigkeit. 47Dafür daß du Jahwe, deinem Gott, nicht mit Freude und mit fröhlichem Herzen gedient hast wegen des Überflusses an allem, 48wirst du deinen Feinden dienen, die Jahwe wider dich senden wird, in Hunger und in Durst und in Blöße und in Mangel an allem; und er wird ein eisernes Joch auf deinen Hals legen, bis er dich vertilgt hat. 49Jahwe wird von ferne, vom Ende der Erde her, eine Nation gegen dich herbeiführen, gleichwie der Adler fliegt, eine Nation, deren Sprache du nicht verstehst; 50eine Nation harten Angesichts, welche die Person des Greises nicht ansieht und des Knaben sich nicht erbarmt; 51und welche die Frucht deines Viehes und die Frucht deines Landes verzehren wird, bis du vertilgt bist; welche dir weder Getreide, noch Most, noch Öl, noch das Geworfene deiner Rinder, noch die Zucht deines Kleinviehes übriglassen wird, bis sie dich zu Grunde gerichtet hat. 52Und sie wird dich belagern in allen deinen Toren, bis deine Mauern, die hohen und festen, auf welche du vertraust, in deinem ganzen Lande gefallen sind; und sie wird dich belagern in allen deinen Toren, in deinem ganzen Lande, das Jahwe, dein Gott, dir gegeben hat. 53Und in der Belagerung und in der Bedrängnis, womit dein Feind dich bedrängen wird, wirst du essen die Frucht deines Leibes, das Fleisch deiner Söhne und deiner Töchter, welche Jahwe, dein Gott, dir gegeben hat. 54Der weichlichste und am meisten verzärtelte Mann unter dir, dessen Auge wird scheel sehen auf seinen Bruder und auf das Weib seines Busens und auf die übrigen seiner Kinder, die er übrigbehalten hat, 55daß er keinem von ihnen von dem Fleische seiner Kinder geben wird, das er isset; weil ihm nichts übriggeblieben ist in der Belagerung und in der Bedrängnis, womit dein Feind dich bedrängen wird in allen deinen Toren. 56Die Weichlichste unter dir und die Verzärteltste, welche vor Verzärtelung und vor Verweichlichung nie versucht hat, ihre Fußsohle auf die Erde zu setzen, deren Auge wird scheel sehen auf den Mann ihres Busens und auf ihren Sohn und auf ihre Tochter, 57wegen ihrer Nachgeburt, die zwischen ihren Beinen hervorgeht, und wegen ihrer Kinder, die sie gebiert; denn sie wird sie im Geheimen aufessen aus Mangel an allem, in der Belagerung und in der Bedrängnis, womit dein Feind dich bedrängen wird in deinen Toren.
Jes 40,5 Und die Herrlichkeit Jahwes wird sich offenbaren, und alles Fleisch miteinander wird sie sehen; denn der Mund Jahwes hat geredet.
Jes 58,14 dann wirst du dich an Jahwe ergötzen, und ich werde dich einherfahren lassen auf den Höhen der Erde, und werde dich speisen mit dem Erbteil Jakobs, deines Vaters; denn der Mund Jahwes hat geredet.
Companion Bible Bemerkung:
Vers 16:
Böses = Hebr. ra'a (Anhang 44. viii).
Jesaja 1,17 Lernet Gutes tun, trachtet nach Recht, leitet den Bedrückten; schaffet Recht der Waise, führet der Witwe Sache!
Recht: Spr 21,3 Gerechtigkeit und Recht üben ist Jahwe angenehmer als Opfer.
Am 5,15 Hasset das Böse und liebet das Gute, und richtet das Recht auf im Tore; vielleicht wird Jahwe, der Gott der Heerscharen, dem Überrest Josephs gnädig sein.
Mi 6,8 Er hat dir kundgetan, o Mensch, was gut ist; und was fordert Jahwe von dir, als Recht zu üben und Güte zu lieben, und demütig zu wandeln mit deinem Gott?
schafft: Ps 82,3 Schaffet Recht dem Geringen und der Waise; dem Elenden und dem Armen lasset Gerechtigkeit widerfahren!
Lernt Gutes
Trachtet nach Recht
Leitet den Bedrückten
Schafft Recht der Waise
Führt der Witwe Sache ( Jak 1,27 Ein reiner und unbefleckter Gottesdienst vor Gott und dem Vater ist dieser: Waisen und Witwen in ihrer Drangsal besuchen, sich selbst von der Welt unbefleckt erhalten.)
Companion Bible Bemerkung:
Vers 17:
Waisen und Witwen (wörtlich: die Vaterlosen... die Witwe): Durch die Figur der Synekdoche (des Spezifischen / der Art für die Gattung) (Anhang 6) eingesetzt als stellvertretender Ausdruck für alle Arten von hilflosen und hinterbliebenen Personen.
Jesaja 1,18 Kommt denn und laßt uns miteinander rechten, spricht Jahwe. Wenn eure Sünden wie Scharlach sind, wie Schnee sollen sie weiß werden; wenn sie rot sind wie Karmesin, wie Wolle sollen sie werden.
rechten: Jes 43,26 Rufe mir ins Gedächtnis, wir wollen rechten miteinander; erzähle doch, damit du gerechtfertigt werdest!
weiß: Ps 51,9 Entsündige mich mit Ysop, und ich werde rein sein; wasche mich, und ich werde weißer sein als Schnee.
Offb 7,14 Und ich sprach zu ihm: Mein Herr, du weißt es. Und er sprach zu mir: Dies sind die, welche aus der großen Drangsal kommen, und sie haben ihre Gewänder gewaschen und haben sie weiß gemacht in dem Blute des Lammes.
Vers 18-20 Sie sollen sich von ihrer Bosheit bekehren und in ihren Wegen zeigen, dass sie Jahwe aufrichtig fürchten und verehren.
Gott lädt sein Volk vor den Richter ein – der Er selbst ist –, damit sie von ihrer Sünde überzeugt werden. Und wenn sie ihre Sünde einsehen und zu Gott zurückkehren, so wird Gott ihnen vergeben. Scharlachfarben und rot sind ihre Sünden, die anderen den Tod bringen. Gott vermag Sünden weiß zu machen, also zu sühnen und zu vergeben (Röm 3,25 welchen Gott dargestellt hat zu einem Gnadenstuhl durch den Glauben an sein Blut, zur Erweisung seiner Gerechtigkeit wegen des Hingehenlassens der vorher geschehenen Sünden unter der Nachsicht Gottes;).
Companion Bible Bemerkung:
Vers 18:
Kommt doch und lasst uns miteinander rechten (wörtlich: lasst uns die Sache in Ordnung bringen oder die Angelegenheit klären): Dies bedeutet eher ein Beenden allen Streitens/Rechthabens als eine Einladung, nun eine Diskussion oder Vernunftprüfung zu beginnen.
Sünden: Hebr. chata (Anhang 44. i).
obgleich (oder: wenn...): Einige Handschriften lesen zusammen mit einer frühen gedruckten Ausgabe, der Septuaginta, der Peschitta und der Vulgata: „ja, selbst wenn“.