Das griechische Wort Parousia wird im Neuen Testament häufig verwendet, um „Gegenwart“ oder „Anwesenheit“ auszudrücken.
Wörtlich bedeutet es „Dabeisein“ (zusammengesetzt aus para = bei und ousia = Sein). Das Wort kann sich auf den eigentlichen Prozess des Ankommens beziehen, wird im Griechischen aber oft für die Gesamtdauer des Aufenthalts, für einen bestimmten Zeitpunkt während dieses Aufenthalts oder für die Zeit bis zu dessen Abschluss verwendet – manchmal schwingen auch alle diese Bedeutungen gleichzeitig mit.
Wie bei vielen Begriffen rund um die Wiederkunft Christi muss die genaue Bedeutung immer aus dem jeweiligen Textzusammenhang erschlossen werden.
Die verschiedenen Verwendungsarten im Neuen Testament
Nicht ausschließlich für die Entrückung: Parousia bedeutet nicht in jedem Fall Entrückung. Wenn es sich jedoch auf die Entrückung bezieht, meint es entweder:
Den Augenblick des Kommens des Herrn in die Luft (z. B. 1. Korinther 15,23; 1. Thessalonicher 4,15; 2. Thessalonicher 2,1).
Die Periode seiner Gegenwart zusammen mit den Heiligen im Himmel bis hin zu seiner sichtbaren Erscheinung (wie in 1. Thessalonicher 3,13).
In Verbindung mit der Erscheinung: Manchmal wird Parousia direkt mit Epiphaneia kombiniert, um das machtvolle Hervorstrahlen seiner sichtbaren Wiederkunft zu beschreiben (z. B. in 2. Thessalonicher 2,8: „die Erscheinung seiner Gegenwart“).
Beim Menschen der Gesetzlosigkeit: Interessanterweise wird Parousia im direkten Folieversag (2. Thessalonicher 2,9) auch für das machtvolle Auftreten des Antichristen verwendet, was die Bandbreite des Begriffs unterstreicht.
Alltägliche Verwendung: Das Wort wird im Neuen Testament auch für die persönliche Anwesenheit oder Ankunft von Menschen genutzt, beispielsweise von Paulus oder anderen (siehe 1. Korinther 16,17; 2. Korinther 7,6; Philipper 1,26; 2,12).
Häufigkeit & Grammatik: 24 Vorkommen im Neuen Testament (Substantiv, Femininum).
Herkunft: Abgeleitet vom Partizip Präsens des Verbs pareimi (= da sein / anwesend sein).
Bedeutungsspektrum nach Lexika:
Anwesenheit / Persönliche Gegenwart: Als physisches Dasein (im Gegensatz zur Abwesenheit), z. B. in 1. Korinther 16,17 oder Philipper 2,12.
Ankunft / Rückkehr:
Als Beginn der Anwesenheit (2. Korinther 7,6; Philipper 1,26).
Antiker Sprachgebrauch (Technischer Begriff): Im profanen Griechisch der Antike ein gängiger Ausdruck für das machtvolle, offizielle Auftreten oder den Besuch einer Gottheit, eines Königs oder des Kaisers in einer Provinz. Genau in diesem Sinne wird das Wort im Neuen Testament für die machtvolle Wiederkunft Christi verwendet (Matthäus 24,3; 1. Korinther 15,23 etc.) – aber eben auch für das betrügerische Auftreten des kommenden Gesetzlosen (2. Thessalonicher 2,9).
Statistische Übersetzung im NT (Elberfelder-Schlüssel):
Ankunft: 21 Mal
Anwesenheit: 1 Mal
Gegenwart: 1 Mal
Wiederkunft: 1 Mal