Das griechische Wort Epiphaneia ist der Ursprung unseres Begriffs „Epiphanie“. Es bedeutet wörtlich „Aufleuchten, Aufstrahlen“.
Wird das Wort – wie in 2. Thessalonicher 2,8 – in Verbindung mit Parousia verwendet („das Aufleuchten seiner Gegenwart“), machen der Textzusammenhang und parallele Schriftstellen deutlich: Es bezieht sich immer auf die Ankunft Christi auf der Erde bei seinem Kommen in Macht und großer Herrlichkeit (seine Erscheinung). Sein Ziel ist es dabei, Gericht auszuführen und im Verlauf seines Kommens mit dem „Tier“, dem Menschen der Gesetzlosigkeit und dessen gesamtem gottlosen System aufzuräumen.
Die Verwendung von Epiphaneia im Neuen Testament
Im Neuen Testament bezieht sich Epiphaneia ausnahmslos auf das Kommen des Herrn zur Erde (niemals auf die heimliche Entrückung in die Luft):
2. Timotheus 1,10: Bezieht sich auf sein erstes Kommen in Niedrigkeit (seine Menschwerdung).
1. Timotheus 6,14: Bezieht sich – wie der direkte Nachfolgevers zeigt – auf sein sichtbares Kommen zur Erde als König der Könige und Herr der Herren.
2. Timotheus 4,1: Meint sein Kommen zur Erde, um Gericht über die Lebendigen und Toten zu halten (ein Ausdruck, der stets im Kontext von Verantwortung gebraucht wird).
2. Timotheus 4,8: Verweist auf den Zeitpunkt, an dem sich für Paulus das gerechte Urteil des himmlischen Richters erweisen wird – ganz unabhängig davon, was der römische Kaiser Nero auf der Erde entscheidet.
Titus 2,13: Verbindet das Wort mit der „glückseligen Hoffnung“. Paulus blickt hier voller Vorfreude auf den Tag der vollkommenen Gerechtigkeit, an dem Jesus Christus genau an dem Ort, an dem er einst so schändlich behandelt wurde, in all seiner Majestät und Herrlichkeit für die ganze Welt sichtbar hervortreten wird.
Zusammenfassung der Bedeutung
Obwohl Epiphaneia gelegentlich mit Parousia verknüpft wird, beschreibt es niemals die Entrückung, sondern steht stets für:
seine sichtbare Erscheinung,
seine herrliche Offenbarung,
sein machtvolles Aufstrahlen auf der Erde.
Die Entrückung steht in keinerlei Verbindung zu der öffentlich sichtbaren Entfaltung seiner Herrlichkeit, die durch Epiphaneia ausgedrückt wird.
Gängige Übersetzungen im Neuen Testament:
„Erscheinen“ (z. B. 1. Timotheus 6,14; 2. Timotheus 1,10; 4,1.8; Titus 2,13 in der Einheitsübersetzung)
„Sichtbarwerdung“ (Titus 2,13 in der Guten Nachricht Bibel)
„Wiederkunft“ (frei übersetzt in 2. Timotheus 4,1.8 von Bruns und Wilckens)
„Kommen“ (2. Timotheus 4,8 in der Guten Nachricht und der Hoffnung für Alle)