Der Tag Christi beginnt mit der Entrückung (altgriechisch metathesis – der Wechsel oder Transfer von einem Ort an einen anderen). Er verläuft zeitlich fast synchron zum „Tag des Herrn“, unterscheidet sich in seiner theologischen Ausrichtung jedoch deutlich von ihm.
Der Tag Christi betrifft vor allem das Geschehen im Himmel (ouranos) und gilt den dorthin entrückten Heiligen (hagios).
Der Tag des Herrn bezieht sich hingegen auf die Erde und betrifft das Gericht über Israel und die Nationen.
Zwar könnte man – im Kontext der Thessalonicherbriefe – vereinfachend sagen, dass der Tag Christi vor allem mit Lohn, der Tag des Herrn hingegen mit Vergeltung verbunden ist. Ganz so starr trennen lässt es sich im Gesamtüberblick der Bibel jedoch nicht, da der Begriff des „Tages des Herrn“ noch umfassender angelegt ist.
Was der Tag Christi umfasst:
Den Richterstuhl (bêma) Christi
Die Hochzeit des Lammes (und nach unserem Verständnis auch das Hochzeitsmahl des Lammes, auch wenn darüber nicht alle Ausleger dieselbe Meinung teilen)
Die himmlische Herrschaft Christi
Biblische Belege hierfür finden sich in 1. Korinther 1,7–8; 5,5; 2. Korinther 1,14; Philipper 1,6 und 2,16. (In 2. Korinther 1,14 ist vom „Tag des Herrn Jesus“ die rede). Eine Ausnahme bildet 2. Thessalonicher 2,2: Wo ältere Übersetzungen (wie Luther 1912) den Ausdruck „Tag Christi“ verwenden, lautet die korrekte textkritische Lesart eigentlich „Tag des Herrn“.
Griechisch: hagios (Adjektiv, 233 Mal im Neuen Testament verwendet)
Herkunft & Hintergrund: Abgeleitet von einer Wurzel, die Ehrfurcht, Scheu oder tiefen Respekt ausdrückt (vergleichbar mit dem Opferdienst für eine Gottheit: jemandem oder etwas höchste Ehrerbietung entgegenbringen). In griechischen Inschriften auch als Titel für Gottheiten genutzt. In der Septuaginta (LXX) das gängige Wort für das hebräische Wort für heilig (z. B. 2. Mose 19,6).
Bedeutung
Das Wort beschreibt etwas, das im Gegensatz zum Profanen ganz für Gott abgesondert und gottgeweiht ist:
Bei Personen und Dingen: Es meint nicht zwingend eine von Natur aus sündlose Natur, sondern die Tatsache, dass etwas oder jemand für Gott reserviert und damit ehrwürdig ist (z. B. Matthäus 4,5; Röm 12,1). Als Eigenschaft Gottes selbst steht es für absolute Reinheit und Sündlosigkeit.
Als Substantiv (to hagion): Bezeichnet „das Heilige“ (wie Opferfleisch, den Tempel oder das Heiligtum) bzw. „die Heiligen“ (die Gläubigen selbst, siehe 3. Mose 22,14; Hebräer 9,1).