Das griechische Wort Apokalypsis bedeutet „Enthüllung, Offenbarung oder Aufdecken“. Es setzt sich zusammen aus apo (= weg von etwas) und kalyptō (= verhüllen, verstecken).
Im Neuen Testament beschreibt es den Vorgang, etwas sichtbar oder verständlich zu machen, das zuvor verborgen oder verdunkelt war. Bezogen auf das Kommen des Herrn meint es seine Rückkehr zur Erde (im Gegensatz zu seinem Kommen in die Luft bei der Entrückung) und bezeichnet seine öffentliche Manifestation. Während die Entrückung für die Welt unbemerkt geschieht, ist die Apokalypsis die sichtbare Erscheinung in Macht und großer Herrlichkeit: Sie findet statt, wenn Christus – begleitet von seinen Heiligen und den Engeln seiner Macht – zur Erde zurückkehrt (vgl. 2. Thessalonicher 1,7–8).
Bedeutung im Kontext und Ausnahmen
Aus dem Zusammenhang zu erschließen: Wie bei Parousia gilt auch hier, dass Apokalypsis nicht zwingend immer die Wiederkunft Christi meint. Der Ausdruck wird im Neuen Testament allgemein für jede Art von göttlicher Offenbarung oder Aufschluss verwendet.
Beispiele für den erweiterten Sinn: Lukas 2,32; Römer 16,25; Epheser 3,3; Offenbarung 1,1.
Der Gebrauch bei Petrus: Wenn Petrus in seinem Brief den Begriff Apokalypsis verwendet (1. Petrus 1,7.13; 4,13), tut er das, weil sein jüdischer und prophetischer Kontext nicht die Entrückung als primäre Hoffnung der Heiligen vorstellt, sondern die sichtbare Erscheinung des Herrn auf der Erde als die verheißene Zeit des Gerichts, der Ruhe und der Herrlichkeit.
Häufigkeit & Grammatik: 18 Vorkommen im Neuen Testament (Substantiv, Femininum).
Herkunft: Abgeleitet vom Verb apokalyptō (= enthüllen). Im klassischen Griechisch ursprünglich oft von physischer Entblößung oder Nacktheit gebraucht (wobei sich dieser profane Aspekt im religiösen Sprachgebrauch des Neuen Testaments gewandelt hat). In der Septuaginta (LXX) gelegentlich für die Bloßlegung der Nacktheit verwendet (z. B. 1. Samuel 20,30).
Bedeutungsspektrum nach Lexika:
Enthüllung / Offenbarung allgemein: Von Gott gewirkte Aufschlüsse über Verborgenes aus Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft für seine Gemeinde sowie Visionen und Gesichte (Lukas 2,32; Römer 16,25; Epheser 1,17; Offenbarung 1,1).
Eschatologischer Sinn: Die feierliche Enthüllung von Geheimnissen der Endzeit sowie das sichtbare Offenbarwerden Christi (Römer 2,5; 8,19; 1. Korinther 1,7; 2. Thessalonicher 1,7; 1. Petrus 1,7.13; 4,13).
Statistische Übersetzung im NT (Elberfelder-Schlüssel):
Offenbarung: 16 Mal
Offenbarungen: 2 Mal